Schlagwort-Archive: Textfeedback

NaNoWriMo – wie gehts weiter?

SAMSUNG

NaNoWriMo Tag 17. Beim Schreiben der Morgenseiten grübelte ich, wie ich die zweite Hälfte des Schreibmonats optimal gestalten könnte. Ich bin beim einfach drauflos Schreiben nach gut 26.000 Wörtern an einen Punkt gekommen, wo das Schreiben etwas stockt. Soll ich kurz mal in den Rohtext hineinlesen? Sind 100 Seiten schon genug? Aber es fliegt sicher die Hälfte raus…
Bis jetzt habe ich schnell geschrieben, völlig ungeordnet, vieles angerissen, um es nicht zu vergessen, aber mich noch nicht auf allzuviele Szenen eingelassen, um ins Detail zu gehen. Ich weiß jetzt, was ich zeigen will, es zeichnet sich eine Struktur ab oder zumindest Ideen dafür. Ich habe Lust, mit der Erzählstimme zu experimentieren und deshalb damit begonnen, den heutigen Rohtext (952 Wörter) als Brief an eine konkrete Freundin zu verfassen. Weitere Briefe stehen noch aus.
Aufregend: Da heute ein Treffen meiner Textfeedbackgruppe stattfindet, habe ich mir von den ersten Seiten des Rohtextes (vom 1.November) einen Ausschnitt geschnappt und drei Seiten davon soweit gebändigt, dass der Text für Erst-LeserInnen taugt. Alles andere ist noch viel zu roh, viel zu frisch, um etewas davon herzuzeigen. Aber auch die von mir herausgepickte vermeintlich nicht mehr so rohe und auch nicht besonders intime Stelle heute vorzulesen, das regt mich ganz schön auf! 🙂

Keep on writing!

Autorin: Johanna Vedral
Foto: by Johanna Vedral

 

Advertisements

Reader-based Textfeedback

unspecified

Sobald „Textfeedback“ in meinen Schreib-Workshops am Programm steht, ist die Nervosität groß. Haben doch die meisten Schreibenden hierzulande im besten Fall unnötige, im schlimmsten verletzende Erfahrungen mit Textfeedback gesammelt. Wie groß ist dann die Erleichterung, wenn sie erfahren dürfen, dass Feedback auf ihre Texte NICHT bedeutet, ihre Texte zu kritisieren, zu beurteilen, Fehler zu suchen, auf sprachlichen Ungenauigkeiten herumzupitzeln…

Gerade in frühen Phasen des Schreibprozesses, für sogenannte „early drafts“ unserer Texte, ist Feedback besonders wertvoll – und besonders heikel. Denn in frühen Stadien brauchen wir keine Bewertung, Beurteilung oder Evaluation: „We need the reader`s perception, not her knife!“, schreibt Peter Elbow. Kritisch-wertendes Feedback kann zarte Text-Pflänzchen niedertrampeln.  Konstruktives Reader-Based Feedback hingegen kann dabei unterstützen, unsere Texte weiter zu entwickeln. Wir erfahren, welche Textstellen für den friendly reader besonders spannend sind, wie unsere Schreib-Stimme auf ihn wirkt und wo wir ihn verlieren.

Ja, du hast richtig gelesen: beim Reader-Based Feedback geht es nicht darum, ob der Text bestimmten Kriterien genügt, sondern wie der Text auf den Leser wirkt. Und das ist niemals ein objektives Urteil, denn das gibt es sowieso nicht: „There is never a single or correct assessment of a piece of writing“, so Peter Elbow. Und: „There is no single or right way to get feedback.“ Aber verlass dich nicht auf das Feedback nur eines Lesers. Wenn du wirklich wissen willst, wie deine Worte Leser berühren, brauchst du Feedback von mehr als einer Person.

Das funktioniert ganz gut in einer Gruppe, z.B. hier oder hier.

Zum Weiterlesen:

Elbow, P.(1998).Writing With Power: Techniques for Mastering the Writing Process. Oxford: University Press.

Bildquelle: Ida Räther

 

 

In der Kürze liegt die…

index

Jeder Schreibtyp hat seine besonderen Herausforderungen im Schreibprozess. Als Vielschreiberin ist es für mich das Überarbeiten. Diese Woche soll aus einem 4000 Wörtern langen mäandernden, wuchernden Rohtext für meinen Artikel über Rabengroßmütter ein 2000 Wörter schlanker Text werden… Beim inhaltlichen Überarbeiten, dem ersten Überarbeitungsgang, habe ich am Ausdruck schon einige Sätze gestrichen. Seufz. Auch wenn ich beim Freewriting weiß, dass gut die Hälfte meiner schnell aus dem Handgelenk „geschossenen“ Texte gestrichen werden, es tut jedes Mal weh.

Wenn ich mich ohne das Auge eines Friendly Readers ans Überarbeiten mache, fällt es mir immer schwer, den Wald vor läuter Bäumen zu sehen. Der Blick einer Leserin auf meinen Text tut gut, denn sie hat die nötige Distanz „und holzt wahrscheinlich emotionsloser unnötige Gewächse ab“, weiß  Eva Woska-Nimmervoll.

Sie empfiehlt als allerersten Überarbeitungsgang, den Text mit der Frage „Was soll wirklich beim Leser hängen bleiben?“ zu lesen und rät dann: „Alle Absätze, die keine Antwort auf diese Frage sind, stehen auf Ihrer Abschussliste.“

Damit es nicht so weh tut, schiebe ich sätze- oder absatzweise abgeholzte Textgewächse in eine Restl-Datei. Es gelingt mir aber auch, manchmal mehr, manchmal weniger, Sätze einfach zu löschen! 🙂

Ich wünsche euch SchreiberInnen bei euren Text-Herausforderungen Friendly Reader mit sanften Gehölz-Scheren, die so richtig Freude fürs Überarbeiten wecken!

Zum Weiterlesen: Schreibtypen-Test von Doris Märtin

Wann ist ein Text fertig? – das verflixte Überarbeiten

Wie lange dauert das Überarbeiten?

Bei wissenschaftlichen Texten kann ich ziemlich gut abschätzen, wann sie gut genug sind zum Abgeben und wie lange die letzten Überarbeitungsschritte brauchen. Bei einem größeren literarischen Projekt, wie einem Memoir, ist das Ganze aber nicht so einfach für mich. Ich habe total unterschätzt, wie lange das  Überarbeiten eines literarischen Textes dauert. 😦 Die Rohversion steht, und ich habe vergnügt geplant, sie bis Ende Oktober fertig zu überarbeiten, so weit, dass ich mein Buch an die Testleserinnen weitergeben kann, damit ein wenig Verschnaufpause ist, bevor ich das Feedback der Testleserinnen in die Endversion einarbeite, die dann an den Verlag geschickt wird,

Wann ist ein Text fertig?

Im Endspurtfieber im Oktober musste ich erkennen, dass die Rohversion noch lange nicht so fertig ist, wie gedacht, dass einiges von dem Text nicht in dieser Reihenfolge stehen bleiben wird, dass einzelne Szenen, Absätze, Kapitel dazukommen, dass der Anfang noch mal geschrieben werden will,  dass der Spannungsbogen und die Struktur noch überarbeitet werden müssen und dass es verdammt haarig ist, einen guten Schluss zu finden…

Die Deadline Ende Oktober habe ich mittlerweile auf Ende Dezember geändert , wobei ich mir aber erlaube, parallel auch an einem „schnelleren“ Projekt zu arbeiten,  einem kürzeren E-Book (ob die anvisierte Deadline dafür realistisch gesetzt ist, wird sich noch weisen 🙂 ).

Welche Rolle spielt Textfeedback im Endspurt eines Schreibprojekts?

Konstruktives Textfeedback ist eine wichtige Station im Überarbeitungsprozess und sehr weiterführend, wenn du glaubst, dass dein Text schon fertig ist 🙂  Vor allem hilft Textfeedback, dass du nicht bereits schöne verständliche Textpassagen zu Tode überarbeitest, sondern gezielt an den Stellen feilst, die deinen LeserInnen unklar waren oder wo sie mehr wissen wollen.

Nächsten Donnerstag, 20.November 2014, gibt es von 18 – 21 Uhr wieder die Schreibfabrik mit Friendly Feedback im writers`studio, Wien. Bring entweder eine Seite Text (ein paar mal kopiert) mit fürs Feedback oder schreib in der Gruppe einen neuen Rohtext fürs Feedback! Alle Textsorten sind willkommen!

Johanna Vedral

5 Zeichen, dass du wirklich bereit bist, deine Masterthese (fertig) zu schreiben

143773075Bist du wirklich bereit, deine Diplomarbeit/ Masterthese (fertig) zu schreiben? Oder sagst du noch: Eigentlich sollte ich ja schon an meiner Masterthese schreiben, aber ich finde nicht die Zeit… Stopp! Das bringt dich nicht weiter. Nimm dir lieber ein paar Minuten Zeit, um deine Arbeitshaltung zu überprüfen und schau dir an, welche der 5 Zeichen bereits auf dich zutreffen!

1) Du setzt dir eine Deadline und kommunizierst diese auch deiner Umgebung. Du bist bereit zum commitment: JETZT!

2) Du nimmst eine aktive Haltung ein: Yes I can! Denn Schreiben ist ein Handwerk, das du lernen kannst & als AkademikerIn sowieso immer wieder als nützliches Skill einsetzen wirst (müssen).

3) Du nimmst dir regelmäßig Zeit fürs Schreiben. Statt den Kopf in den Sand zu stecken und ihn erst ein paar Tage vor der Abgabe panisch wieder herauszuziehen, schaust du dir in deinem Kalender an, wann & wo du dein Schreibprojekt am besten unterbringst. Du erstellst einen provisorischen Terminplan, den du im Verlauf deines Schreibprozesses zu einem realistischen Terminplan änderst. Aber du hast auf jeden Fall einen Plan! 🙂

4) Du schreibst täglich mindestens 10 Minuten. Denn wie bei jedem Handwerk ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Und während du drauf wartest, dass die Muse dich küsst, kannst du sie auch schon herbei becircen, indem du deine Schreibmuskeln mit Freewriting trainierst.

5) Du holst dir Unterstützung, ohne dich dafür zu schämen. Wie man eine gute wissenschaftliche Abschlussarbeit schreibt, lernt man meistens erst beim Schreiben dieser Arbeit. Und wenn du das im Alleingang bewältigen möchtest, machst du es dir unnötig schwer. Schreiben muss keine einsame Angelegenheit sein.

Statt allein vor dich hinzuwursteln, triffst du dich zum Schreiben und für Textfeedback mit anderen Studierenden, z.B. in einer Motivationsgruppe. Wenn dein Schreiben stockt, nimmst du Kontakt auf mit einem Schreibcoach. Statt dich am Schluss mit Zweifeln über die inhaltliche Qualität deiner Arbeit oder über die Rechtschreibung zu quälen, lässt du deine Masterthese durch ein professionelles Lektorat  laufen.

Auf dich treffen weniger als 5 Zeichen zu? Du möchtest aber endlich loslegen? Hol den Kopf raus aus dem Sand! Jetzt! Die nächste Schreib-Motivationsgruppe für Studierende startet am Dienstag, 4.November 2014 in Wien. An 7 Dienstag-Nachmittagen (jeweils 16:00 bis 19:30) lernst du das Schreibhandwerk von Freewriting über Forschungsfrage bis Friendly Feedback.

Ich freue mich darauf, dich bei deinem Schreibprozess zu unterstützen. Komm zum kostenlosen Infoabend: Di, 21. Oktober 2014, 18 Uhr

Johanna Vedral

Bildquelle: pixabay

Textfeedback: Fördern und Ermutigen statt verletzender Negativkritik

Du schreibst Short Stories und möchtest wissen, ob LeserInnen deine Geschichten so spannend finden, dass sie weiterlesen möchten? Du schreibst einen Fachartikel und möchtest wissen, was  du noch überarbeiten musst, damit du deine LeserInnen erreichst? Was noch fehlt in deinem Text und worüber die LeserInnen mehr erfahren möchten? Was wirklich schon gut gelungen ist und deine LeserInnen bewegt? Du möchtest dir Textfeedback holen, um deine Texte optimal überarbeiten zu können? Du möchtest aussagekräftigeres Textfeedback als „eh gut“ oder „Da sind einige Tippfehler drin“?
In der Schreibfabrik mit friendly feedback schreiben wir,
nebeneinander, jede/r für sich, ausgehend von einem angeleiteten Schreibimpuls oder an anderen Texten. Dann lesen wir einander unsere „shitty first drafts“ in Kleingruppen vor und bekommen „Responses“, eine fördernde und ermutigende Feedbackmethode für Schreibende nach Peter Elbow. Bei dieser Art von Textfeedback erfahren wir emotionale Reaktionen der LeserInnen auf Textentwürfe:
Welche Passagen bewegen unsere LeserInnen? Was bringt sie zum Lachen, was macht sie betroffen, was finden sie superspannend & warum? Was fehlt ihnen noch, damit sie sich ganz in den Text fallen lassen können? Was würden sie weglassen? Warum?
Stärkende & achtsame Rückmeldungen – friendly feedback! – motivieren zum Weiterschreiben, machen Spaß und steigern wie nichts sonst die Textqualität und Schreibkompetenz!

Ich freue mich darauf, gemeinsam zu schreiben und spannende neue Texte zu hören 🙂

Johanna Vedral

Schreibfabrik mit Friendly Feedback: Enormer Output & stärkende Rückmeldungen.  Offene Gruppe im writers’studio

Jeden 3.Donnerstag im Monat, 18-21 Uhr. Nächste Termine: 18.Sept., 16.Okt., 20.Nov., 18.Dez.2014 usw. Keine Anmeldung nötig. Einfach kommen! Eintritt: Pro Termin Euro 25,- bar.

Wann ist ein Text gut genug, um ihn jemandem zu zeigen?

Wann ist ein Text fertig? Wann ist ein Text gut genug, um ihn jemandem zu zeigen? Wann ist es Zeit, unseren Text aus dem warmen Nest zu stoßen, damit er fliegen lernt?

JETZT oder NIE! Egal wie un-fertig deine Texte sind. Komm in die Schreibfabrik mit friendly feedback! In der Schreibfabrik schreiben wir, nebeneinander, jede/r für sich – Short Stories, Fach-Artikel, Teile von Masterthesen, Berichte, Gedichte… In diesem inspirierenden Rahmen geht das leichter – denn: Schreiben muss keine einsame Sache sein! Dann lesen wir einander vor und bekommen Feedback auf unsere Textentwürfe. Wir erfahren, welche Passagen unsere Leser/innen bewegen, aber auch, was sie noch brauchen, um sich ganz in den Text fallen lassen zu können.

Bei diesem konstruktiven Text-Feedback geht es nicht darum, Texte zu bewerten oder zu beurteilen. Vielmehr sollen Rohtexte gestärkt werden, damit durch gezielte Überarbeitung daraus wirklich gute Texte werden können. Denn: Jeder gute Text beginnt mit einem shitty first draft 🙂  Solche stärkenden & achtsamen Rückmeldungen motivieren das Weiterschreiben enorm!

Morgen ist es wieder soweit: Starte gemeinsam mit anderen Schreibenden ins lange Schreib-Wochenende! Nutze die Möglichkeit, das Schreiben in der Gruppe auszuprobieren (oder es dir wieder einmal zu gönnen) und dir konstruktives Textfeedback zu holen:

Ort:writers`studio, Pramergasse 21, 1090 Wien
Zeit: Do.19.Juni 2014, 18 -21 Uhr
Kosten: 25.-

Einfach kommen & mit-schreiben, keine Anmeldung notwendig http://writersstudio.at/schreibfabrik.php
Ich freu mich aufs Schreiben & eure vielfältigen Texte.
Johanna

Text: Judith Wolfsberger & Johanna Vedral