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Die Zauberformel für freudiges Überarbeiten

Überarbeiten Johanna Vedral

Schreib-Flow, Schreib-Lust, Schreib-Rausch… Leidenschaftliche SchreiberInnen mit Erfahrung wissen, wie sie sich in diesen Glückszustand beim Schreiben versetzen können. Schreibende, die gerne überarbeiten, wissen, dass das Überarbeiten auch sehr viel Spaß machen kann. Und da es sich für mich grad so magisch anfühlt, dass ich den Überarbeitungs-Flow, die Überarbeitungs-Lust, ja den Überarbeitungs-Rausch erleben darf, hab ich diese Freude in eine Zauberformel verpackt 🙂

Die Zauberformel für lustvoll dahinfließende Rohtexte ist

regelmäßiges Timed Writing & Freewriting bird by bird = Flow

  • regelmäßig: Schreiben braucht Übung.
  • Timed Writing: Begrenze den Schreibzeitraum und tauche so tiefer und motivierter ins Schreiben ein.
  • Freewriting: Erlaube dir, viele schlechte Rohtexte zu schreiben. Überarbeiten ist später!
  • Bird by bird: Brich dein Schreibprojekt in kleine handhabbare Portionen herunter.
  • Bleib flexibel und offen für Neues: Probiere verschiedene Schreibstrategien aus. Keine Strategie taugt für jeden Text gleich gut.

Du brauchst: einen Stift, Papier und einen magischen Gegenstand – die Stoppuhr 🙂 Das kann eine Sanduhr oder einfach der Handy-Wecker sein. Stelle die Uhr auf 10, 15 oder 20 Minuten und schreibe drauflos, was immer dir durch den Kopf geht.

Die Zauberformel für freudiges Überarbeiten ist

Timed Editing bird by bird & Friendly Feedback from higher concerns to lower concerns = Flow

  • Timed Editing: Die Stoppuhr funktioniert auch beim Überarbeiten! Probiere aus, wie lang am Stück du dich motiviert der Überarbeitung widmen kannst.
  • Bird by bird: Teile deinen Text in kleine handhabbare Einheiten/ Szenen. Du musst nicht alles auf einmal überarbeiten.
  • Hol dir Friendly Feedback! Du musst dich nicht alleine ans Überarbeiten machen!
  • Higher concerns: Überarbeite zuerst Inhalt, Struktur und Kernaussagen.
  • Lower concerns: Überarbeite erst später Sprache und Stil.
  • Bleib flexibel: Probiere verschiedene Überarbeitungsstrategien aus. Keine Strategie taugt für jeden Text gleich gut.

Das Überarbeiten findet auch zuerst am Papier statt. Du kannst deinem Rohtext genussvoll mit bunten Stiften am Ausdruck zu Leibe rücken! Also, Stoppuhr einschalten und los geht’s!

P.S.: Und wie lautet deine Zauberformel?

Bist du eine Flow-SchreiberIn?

Viele Schreibende bevorzugen einzelne Schreibphasen und hadern mit anderen.

Der eine träumt gerne von den Texten, die er schreiben wird, fängt aber nie an. Wie schön, wie viele Möglichkeiten es in der Ideenfindungsphase gibt! Die andere strukturiert und plant gerne, tut sich aber schwer damit, im Freewriting einfach shitty first drafts zu produzieren. Andere wiederum schreiben drauflos und verlieren sich irgendwann in den unendlichen Rohtext-Mengen, die sie produziert haben.

Beim Rohtext-Schreiben bin ich eine ziemliche Draufgängerin. Ich schmeiße die Worte hin und vertraue darauf, dass da etwas davon brauchbar sein wird. Vielleicht die Hälfte davon, oder weniger, aber das macht nichts. Ich bin eine Flow-Schreiberin. Für mich ist es unglaublich wichtig, in allen Phasen des Schreibprozesses dieses Flow-Element zu erleben.

In der Überarbeitungs-Phase holt mich dann diese Flow-Orientierung ein. Das ist ja dann „Arbeit“ 🙂 Für mich ist es zur Zeit ein großes Abenteuer, den Flow im Überarbeiten zu finden – und wieder einmal festzustellen, dass Überarbeiten in eine Art Endspurt-Rausch führen kann… (wenn die Deadline realistisch gesetzt wurde)

Es braucht für jeden Schreib-Typ immer wieder Reflexion – in welcher Schreibphase bin ich gerade? Was kommt als Nächstes? Wo bleibe ich immer wieder stecken im Schreibprozess? Wie kann ich die Übergänge zwischen den einzelnen Phasen so gestalten, dass ich dabei weniger Angst/ Unlust empfinde? Kann ich jeder Schreibphase etwas abgewinnen? Ohne in den Widerstand zu gehen? Wenn nein, wo kann ich mir Unterstützung holen, damit ich auch die (bis jetzt) weniger beliebten Schreibphasen gut meistere?

Ich freue mich darauf, dich beim Schreiben zu begleiten!

Wenn du den Schreibprozess gerade mit einer wissenschaftlichen Abschlussarbeit erforscht, komm in die Gruppe frei geschrieben“, Semesterkurs Start: 4.November 2014, geblockter Kurs: 27./28. Februar, 1./3./4./6.7. März 2015

Wenn du das Handwerk des Schreibens lieber anhand der Textsorte Personal Essay lernen möchtest, komm in die Gruppe Writers` Tricks“, 2 Wochenenden 19./20. Dezember 2014 & 9./10.Jänner 2015

Autorin: Johanna Vedral
Bildquelle: Photographer: 44833 (pixabay)

38+ Gründe, täglich zu schreiben

Durchs tägliche Bloggen kann sich eine andere Einstellung hinsichtlich “Getting Things Done” entwickeln. „Ich arbeite strukturierter und konsequenter, halte mich an die eigenen, selbstauferlegten Pläne und  das Thema „Aufschieben“ wandert mehr und mehr an den Rand“, schreibt Markus Cerenag in seinem Artikel „Warum du täglich schreiben solltest

25 Gründe, täglich zu schreiben, zählt Christian Müller in „Übung macht den Meister: 25 Gründe für tägliches Schreiben“ auf, wobei mich Punkt 18 anregte, eine eigene Liste und diesen Blogbeitrag zu erstellen 🙂

12 Gründe, täglich zu schreiben:

  1. Tägliches Schreiben führt zu vielen neuen Ideen, die in weiteren Schreibeinheiten erforscht werden können.
  2. Tägliches Schreiben verbessert die Selbstdisziplin.
  3. Durch diese Selbstdisziplinierung lerne ich mich selbst besser kennen.
  4. Ich lerne, mich auch für andere Projekte besser zu motivieren.
  5. Tägliches Schreiben verbessert die Ausdruckskraft.
  6. Das Schreiben wird leichter, es gelingt mir öfter, in den Schreib-flow zu kommen.
  7. Mit jedem neuen Text wird mein Schreiben routinierter.
  8. Ich schreibe täglich, weil es immer wieder Freude macht.
  9. Ich schreibe täglich, weil ich so täglich die Chance habe, den Schreib-flow zu erleben.
  10. Ich schreibe täglich, um mit meinem aktuellen Schreibprojekt voranzukommen, und wenn es auch nur 100 Wörter sind.
  11. Tägliche Blogbeiträge sind für mich eine spannende Herausforderung, mit nur 200 – 300 Wörtern komplexe Inhalte aus meinem Fachgebiet zu vermitteln.
  12. Ich kann durch tägliches Schreiben noch mehr Menschen motivieren, auch regelmäßig zu schreiben.

Und du? Warum schreibst du täglich? Schreib in einem schnellen freewriting eine Liste mit mindestens 10 Gründen. Go!

Die Autorin (Author Profile): Mag. Johanna Vedral begleitet Studierende beim Schreiben ihrer Abschlussarbeiten (Masterthese, Diplomarbeit, usw.) mit Lektorat, Developmental Editing und konstruktivem Textfeedback. Sie gibt Einzelcoachings und Workshops, hält Vorträge und schreibt Bücher. Hier geht es zum Beratungsangebot.
Kontakt: johanna.vedral (at) schreibstudio.at   www.schreibstudio.at

Right now is the moment to commit to your novel!

Das ist ein Motto des jährlich weltweit im Oktober unter AutorInnen ausbrechenden Rummels zur Vorbereitung des NaNoWriMo. Heute Abend ist es auch in Wien soweit: die regionale Wiener NaNoWriMo-Gruppe trifft sich zum Schreib-Kick off, und um Punkt Mitternacht geht`s los mit unseren Romanen, bis die Tasten glühen! 🙂 🙂 🙂

NaNoWriMo (National Novel Writing Month) ist ein jährlich stattfindendes Creative Writing-Projekt, das übers Internet organisiert wird. Der Amerikaner Chris Baty startete 1999 mit 21 TeilnehmerInnen und hat seitdem immer mehr und mehr Leute zum Schreiben angestiftet. 2012 waren es bereits 170.000, die sich vom NaNoWriMo-Fieber anstecken ließen und sich in einen Monat Schreib-flow stürzten!

Vorrangiges Ziel für jede TeilnehmerIn des NaNoWriMo ist, während der 30 Tage des Monats November den Rohtext (first draft) eines Romans mit mindestens 50.000 Wörtern zu verfassen. Da bin ich mit einem neuen Fantasy-Roman dabei, weil da vor ein paar Wochen plötzlich eine Szene auftauchte und die große Lust, diese Geschichte zu schreiben… Außerdem passt der Zeitpunkt perfekt, um mein Memoir-Projekt ein Monat ruhen und reifen zu lassen.

Schreibst du diesen November auch einen Roman? Hol dir noch mehr Schreibmotivation beim 1-DAY WRITERS´ RETREAT: Schreibmontag auf der urbanen Insel in Wien.
Oder willst du dein Buch in Blogform veröffentlichen? Nina Amir verrät dir „5 Ways to Start Blogging Your Change-Inspiring Book When Inspiration Hits“

Autorin: Johanna Vedral