Schlagwort-Archive: Mindwriting

Mindwriting – was ist das?

Gestern hat wieder einmal Judith Wolfsbergers geniales Seminar „Urban Magic Mindwriting: Ideen schreiben an inspirierenden Plätzen in Wien“ begonnen. Die Teilnehmerinnen freuten sich auf Zeit für sich und Inspirationen für ihr privates Schreiben.
Judith klärte zuallererst den Begriff „Mindwriting“, eine Wortschöpfung aus „freewriting“ und „mindmapping“: darunter verstehen wir im writers`studio privates Schreiben & Schreibdenken, das im Tagebuch oder Journal oder im Notizblock stattfinden kann, in der Früh als Morgenseiten, bei Schreibtreffs oder – wie in diesem Seminar – auch an inspirierenden Orten. In vier intensiven Schreibtagen lernen die schreibbegeisterten und meist auch schon schreiberfahrenen Teilnehmerinnen eine Fülle von neuen Schreibtechniken  kennen, die fürs private Schreiben aber auch für den Sprung in den Schreibfluss für berufliche oder wissenschaftliche Texte genutzt werden können.

Ich freu mich schon ganz besonders darauf, nach einem intensiven Monat mit Kindern & Enkelkindern & einem ganzen Schippel Verwandtschaft mit der Gruppe von Bildern und Träumen ausgehend ins Schreiben zu kommen und sie zu meinem Lieblingsschreibort in Wien zu entführen 🙂

Für alle, die an diesem Seminar diesmal nicht teilnehmen konnten – von 2. bis 4.Jänner 2015 gibts wieder „Mindwriting zum Jahreswechsel“ in Wien.

Autorin: Johanna Vedral

 

Weihnachtspause

Ja, es gibt diesen Blog noch! Allerdings stehen Umzug und Weihnachtsfeiertage bevor, daher melde ich mich ab bis Jänner und wünsche allen Schreibenden nur das Beste 🙂

Im neuen Jahr geht es wieder los mit frischem Wind und Tipps & Tricks zum Schreiben!

Willst du schreibend das neue Jahr begrüßen? Dann komm in Judith Wolfsbergers geniales Seminar „Mindwriting zum Jahreswechsel„, 3. – 5. Jänner 2014 im writersstudio in Wien.

Schreiben als Methode der Innenschau

Beim Umzugskistenpacken fällt mir eines der Bücher in die Hand, die ich für meine Diplomprüfung lernen musste: „Problemgeschichte der Psychologie“. Besonders interessant, dass in diesem Werk ein deutlicher Bruch in der Geschichte der Psychologie zu sehen ist:

Introspektion (Innenschau) war Ende des 19. Jahrhunderts die Hauptmethode der vorwiegend im deutschen Sprachraum angesiedelten Denkpsychologie. Individuelle Introspektion und Reflektion verloren aber zur Zeit des NS-Regimes in der Psychologie an Bedeutung, die wissenschaftliche Entwicklung wurde durch die Vertreibung und Ermordung von PsychologInnen unterbrochen. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die introspektive Psychologie durch die amerikanische behavioristische Mainstream-Forschung mit einer deduktiven hypothesenbildenden Methodologie abgelöst. Heute ist die Introspektion fast ganz aus der Psychologie verschwunden.

Schade, denn Schreiben als Methode der Innenschau ist eine für jeden zugängliche Methode.

Offensichtlich zieht es introspektive Menschen besonders stark zum Schreiben hin“, stellt Lars Lorber in seinem Typentest-Blog fest: „Die meisten Schriftsteller sind (…) introspektiv – sonst könnten sie ihren Job gar nicht machen, da ein Blick nach innen notwendig ist, um sich in andere hinein zu versetzen.“

Das Konzept des Schreibdenkens von Ulrike Scheuermann oder das Mindwriting knüpfen wieder an die introspektive Tradition an 🙂

Du möchtest schreibend das neue Jahr willkommen heißen, eintauchen in den Ideenfluss und Wünsche zu Wort  kommen lassen?  Mindwriting zum Jahreswechsel mit Judith Wolfsberger: 3. bis 5. Jänner 2014 im writersstudio, Wien

Autorin: Johanna Vedral

Schreiben ist… weiter lernen

Es gibt Texte, für die habe ich durch langjährige Übung schon ganz gute Schreibstrategien im Repertoire und kann sie routiniert und effizient angehen, ohne allzu sehr der Aufschieberitis zu verfallen. Neue Textsorten auszuprobieren, ist für mich immer eine faszinierende Herausforderung. Spannend ist dabei auch, wie bei neuen Textsorten neue Schwierigkeiten wie Hydra-Köpfe nachwachsen. Warum ist das so?

Schreiben ist eine Aufgabe, die umso komplexer wird, je weiter sich die Fähigkeiten der Schreibenden entwickeln, erklären die kanadischen KognitionspsychologInnen Bereiter und Scardamalia. Das heißt, mit wachsender Schreibkompetenz treten Anfangsschreibschwierigkeiten seltener auf, dafür aber neue. Besonders wenn du dich in neuen Kontexten und neuen Textsorten bewegst und für eine andere Leserschaft schreibst. Auch für SchreibexpertInnen ist Schreiben daher immer wieder herausfordernd.

Allerdings sind diese neu auftauchenden Schwierigkeiten meist positive Meilensteine bei der Weiterentwicklung der eigenen Schreibkompetenz, sagt Keith Hjortshoj. Denn bei der Bewältigung dieser Schreibkrisen findest du effizientere Methoden für deinen Schreibprozess und eine “more sophisticated“ Schreibstimme.

Probiere neue Textsorten aus: Mindwriting, Personal Essay, Short Story, Life Writing, Memoir, Travel Writing, Drehbuch, Die Kunst des Überarbeitens und für junge SchreiberInnen die Young Freewriters. Gratis-Infoabend heute, 18:30 im writers`studio, Wien.  

Bereiter, C. & Scardamalia, M. 1987. The psychology of written composition. Hillsdale, NJ: Erlbaum.
Hjortshoj, K. 2001. Understanding Writing Blocks. New York: Oxford University Press.

Autorin: Johanna Vedral