Schlagwort-Archive: Judith Wolfsberger

Kostenlose Schreibworkshops am 23. + 24. Sept. 2016!

Open House

Bist du schon zurück vom Urlaub? Träumst du schon davon, wo die nächste Reise hinführen soll? Nach Wien vielleicht? Zwei Tage lang schreiben und dich von anderen Schreibbegeisterten inspirieren lassen?

Wer mag, kann sich schon am Donnerstag, 22.9. von 9-12 Uhr im Schreibcafe mit Yoga aufwärmen – beim Breath Walk® mit Judith Wolfsberger. Schreibgestärkt kannst du  dann am Donnerstagnachmittag touristischen Vergnügungen frönen…

writers`studio Open House am 23. + 24. Sept. 2016!

Am Freitag, 23. + Samstag, 24. September geht’s wieder rund: zu jeder vollen Stunde gibts kostenlose Kurzworkshops zu unterschiedlichen Textsorten, von 9-18 Uhr nonstop. Schwerpunkt am Freitag sind Textsorten aus dem Bereich Berufliches Schreiben wie Sachbuch, Headlines, Writers Tricks… Der Samstag gehört ganz dem Bereich Passion Writing (Poetry!, Short Story, Roman/Krimi, ect).

Anmelden musst du dich nicht. Einfach zur vollen Stunde (oder am besten überhaupt gleich in der Früh um 9:00) kommen und mitmachen! Das genaue Programm gibt’s Anfang September h i e r und auf Facebook!

 

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Tagebuch-Schreiben in einer Fremdsprache

Ist dir das auch schon mal passiert? Du bist auf Urlaub oder einer Konferenz im Ausland und stellst nach ein paar Tagen fest, dass du in der Fremdsprache geträumt hast. Und beim Schreiben in deinem Tagebuch bist du unbewusst in die Fremdsprache geswitcht, weil du neben dem Sprechen und Hören dieser Sprache nun auch in dieser Sprache denkst.

Du willst in einer Fremdsprache besser denken lernen?  Du musst vielleicht auch in einer Fremdsprache wissenschaftliche Texte verfassen? Dann ist Schreibdenken im Journal oder freies Tagebuch-Schreiben ein brauchbares Werkzeug.

Beim Freewriting in der Fremdsprache stehen Freude am Schreiben und Flow im Vordergrund – wie auch beim Schreiben in der Muttersprache. Daher solltest du nicht verbissen auf Grammatik achten und dir schon gar nicht als Ziel setzen, alles fehlerfrei zu schreiben. Erlaube dir, einfach deine Gedanken niederzuschreiben, wie sie dir in den Sinn kommen. Fallen dir einzelne Worte oder Phrasen nicht ein, umschreibe sie oder setze das deutsche Wort ein. Du kannst später diese Worte im Wörterbuch nachschlagen.

Schreibe 10 Minuten täglich in der Fremdsprache, die du aktivieren möchtest. Dein schriftlicher Ausdruck wie auch dein aktiver Wortschatz werden sich verbessern. Und du wirst garantiert mehr Freude an dieser Sprache haben! 🙂

Mehr zum Thema „In einer Fremd-/Zweit-/Dritt-Sprache angstfrei schreiben“ erfährst du in Judith Wolfsbergers Interview mit Anna Laurner und Ana Znidar

 

Schreiben beim Gehen?

Schreiben und GehenHurra, endlich scheint wieder mal die Sonne und ich habe eine Stunde Freiraum, um meine vom Lektorieren und Texten verknoteten Gehirnwindungen durchzulüften! Am besten funktioniert das mit einem Spaziergang.

Schreiben und Gehen, diese Kombination liebten nicht nur Schriftstellerinnen wie Virginia Woolf. „Wer ohne Begleitung spazieren geht, kommt in Begleitung vieler Gedanken zurück“, sagte zum Beispiel auch der deutsche Dichter Ernst Hauschka.

Aber Achtung: Schreien BEIM Gehen, wie z.B. SMSen, kann gefährlich werden, denn es lenkt stark ab, wenn wir uns während des Gehens mit dem Handy beschäftigen. Das beeinträchtigt sogar unser Gleichgewichtssinn und wir verhalten uns ähnlich, wie wenn wir betrunken sind.

Besser ist da z.B., zwischendurch bewusst stehen zu bleiben, sich wenn möglich auch für ein paar Momente hinzusetzen, ein paar Notizen auf den kleinen Notizblock in der Jackentasche zu kritzeln oder ins Memo im Handy zu tippen… und dann weiter zu gehen, damit neue Ideen kommen können…

Johanna Vedral

Zum Weiterlesen: Ein Spaziergang für sich allein“ von Judith Wolfsberger
GEHEN in Wien: http://www.wildurb.at/

Bildquelle: Aquarellbuntstiftzeichnung von Johanna Vedral

Schreibmontag: Keine Ablenkungen, nur Schreiben. Endlich.

die-schreibende

9.00 Auf die urbane Schreibinsel flüchten

Beim Frühstücks-Buffet im writers`studio (Wien) treffe ich meine MitschreiberInnen. Wir schreiben uns warm mit Morgenseiten, besprechen mit der heutigen Schreib-Partnerin die Tagesziele und los geht´s. Keine Ablenkungen, nur Schreiben. Endlich. Auf einmal ist es Mittag! Wir gönnen uns nach einem kurzen Check in ein gemeinsames Mittagessen in einem Lokal im kulinarisch interessanten Servitenviertel, und nach ein paar Tai Chi-Übungen geht`s weiter mit Kaffee und Keksen, ich tauche mühelos in den Flow vom Vormittag ein…

16.30 Wenn ich nur aufhören könnte…

Nach einem intensiven Schreib-Tag muss ich die fünf Schreibenden sanft aber bestimmt vom Schreiben losreißen. Es scheint, als könnten die Schreibenden gar nicht mehr aufhören, an ihren Romanen, Masterthesen, Artikeln, Short Stories u.v.m. weiter zu arbeiten. Bis zur letzten Minute dieses One-Day Writers Retreats auf der urbanen Insel wird hier geschrieben, was das Zeug hält.

Ich habe mein Tagesvorhaben, die handschriftlichen Überarbeitungsnotizen in mein Manuskript bis Seite 156 einzuarbeiten, umgesetzt und beim Page Count zum Schluss festgestellt, dass auch 6 neue Seiten Text hinzugekommen sind. Ich bin sehr zufrieden mit mir. 🙂 🙂 🙂

Nach einem schriftlichen Check in & Page Count gibt es in der Schlussrunde nur stolze strahlende Gesichter und zufriedene Berichte, was heute geschrieben, überarbeitet und neu entwickelt wurde. Die gemeinsame Seiten-Zählung & tosender Applaus für jede geschriebene Seite versöhnen damit, dass der Schreibmontag im writers`studio für heute zu Ende geht.
Und es war ja nicht das letzte Mal –

die nächsten Schreibmontage sind 10. Nov. & 1. Dez. 2014, 12. Jan., 2. Feb., 2. März 2015, jeweils 9 bis 17 Uhr

Ich freue mich schon auf viele MitschreiberInnen, die beim nächsten Schreibmontag mit Judith Wolfsberger & mir die Magie des Nebeneinander-Schreibens genießen wollen!

Johanna Vedral

Bild: „Die Schreibende“, geklebte Papier-Collage von Johanna Vedral

Schreiben als Methode der Innenschau

Beim Umzugskistenpacken fällt mir eines der Bücher in die Hand, die ich für meine Diplomprüfung lernen musste: „Problemgeschichte der Psychologie“. Besonders interessant, dass in diesem Werk ein deutlicher Bruch in der Geschichte der Psychologie zu sehen ist:

Introspektion (Innenschau) war Ende des 19. Jahrhunderts die Hauptmethode der vorwiegend im deutschen Sprachraum angesiedelten Denkpsychologie. Individuelle Introspektion und Reflektion verloren aber zur Zeit des NS-Regimes in der Psychologie an Bedeutung, die wissenschaftliche Entwicklung wurde durch die Vertreibung und Ermordung von PsychologInnen unterbrochen. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die introspektive Psychologie durch die amerikanische behavioristische Mainstream-Forschung mit einer deduktiven hypothesenbildenden Methodologie abgelöst. Heute ist die Introspektion fast ganz aus der Psychologie verschwunden.

Schade, denn Schreiben als Methode der Innenschau ist eine für jeden zugängliche Methode.

Offensichtlich zieht es introspektive Menschen besonders stark zum Schreiben hin“, stellt Lars Lorber in seinem Typentest-Blog fest: „Die meisten Schriftsteller sind (…) introspektiv – sonst könnten sie ihren Job gar nicht machen, da ein Blick nach innen notwendig ist, um sich in andere hinein zu versetzen.“

Das Konzept des Schreibdenkens von Ulrike Scheuermann oder das Mindwriting knüpfen wieder an die introspektive Tradition an 🙂

Du möchtest schreibend das neue Jahr willkommen heißen, eintauchen in den Ideenfluss und Wünsche zu Wort  kommen lassen?  Mindwriting zum Jahreswechsel mit Judith Wolfsberger: 3. bis 5. Jänner 2014 im writersstudio, Wien

Autorin: Johanna Vedral

Schreiben als optimale Lernmethode?

Schreiben bzw. Schreibdenken ist ein optimales Instrument für selbstgesteuertes Lernen und an den amerikanischen Universitäten längst als schreibdidaktisches Konzept „writing to learn“ bekannt. Der Lernende setzt sich beim selbstgesteuerten Lernen aktiv und selbsttätig mit den Lehrinhalten auseinander. Dabei kann er Schreiben als Werkzeug einsetzen, um sich bislang nicht Verstandenes oder nicht Gewusstes anzueignen.

„Weil selbstständiges Schreiben über wissenschaftliche Sachverhalte die beste Lernmethode ist“, vermittelt Judith Wolfsberger in ihrer Fortbildung für UnilektorInnen die amerikanische Schreibdidaktik.

Wie kann schreibendes Lernen konkret aussehen?

Schreiben war schon während meiner Studienzeiten meine bevorzugte Lernmethode bei größeren Stoffmengen:

  1. Rezeptive Phase des Lernprozesses: neue Informationen werden aufgenommen: D.h. zuerst fertige ich ein auf die Essenz verdichtetes Skriptum an. Mit Clustering schaffe ich mir grafisch Überblick und eine Gliederung, indem ich Fragen an den Stoff stelle/ mögliche Prüfungsfragen. Beim Verdichten kaue ich den Stoff schon das erste Mal intensiv durch. Z.B. entsteht so aus 3000 Seiten Stoff ein Skriptum mit ca. 200 Seiten.
  2. Expressive Phase des Lernprozesses: neue Informationen werden in Aktivität umgesetzt. D.h. das Aufgenommene wird erinnert, wiedergegeben, in eigene Denkprozesse integriert und schreibend ausformuliert. (vgl. Scheuermann 2012:14) Das Skriptum wird schreibend memoriert, indem ich Frage um Frage schriftlich beantworte. oder einzelne Kapitel/ Themen mit Stichworten memoriere.

Eine weitere Methode, schreibend zu lernen, ist der Lernbrief: Ich schreibe einem Freund, worum es bei diesem Prüfungsthema geht. Wenn ich den Stoff erkläre, kann ich ihn mir besonders gut einprägen. Diese Lernbriefe können auch als Schreibgespräche, z.B. per Email, mit einer Kollegin im Zweierteam geführt werden.

Ist Schreiben für dich die optimale Lernmethode? Probier`s aus!

Scheuermann, Ulrike (2012): Schreibdenken: Schreiben als Denk- und Lernwerkzeug nutzen und vermitteln. Opladen: Barbara Budrich / UTB.

Author Profile: Mag. Johanna Vedral begleitet Studierende beim Schreiben ihrer Abschlussarbeiten (Masterthese, Diplomarbeit, usw.) mit Lektorat, Developmental Editing und konstruktivem Textfeedback. Sie gibt Einzelcoachings und Workshops, hält Vorträge und schreibt Bücher. Hier geht es zum Beratungsangebot.
Kontakt: johanna.vedral (at) schreibstudio.at   www.schreibstudio.at

Memoir schreiben

Ein neues Genre erobert den Buchmarkt. „Memoir ist das neue persönliche Erzählen, hier schreiben Menschen ihre ungewöhnliche Lebensgeschichte auf“, sagt die Lektorin Stefanie Hess, die beim Droemer-Knaur Verlag verantwortlich für den Bereich Memoir ist. Ich habe mich im Juli 2012 erstmals in einem Workshop bei Ana Znidar auf den Prozess des Memoirschreibens eingelassen. Seitdem habe ich Feuer gefangen und nicht mehr zu schreiben aufgehört. So ging es auch den anderen Schreiberinnen in dieser wertschätzenden Gruppe.

Judith Wolfsberger hat uns daher in zwei weiteren Memoir-Aufbau-Workshops mehr Inputs für dieses spannende Genre gegeben und uns mit inspirierenden Schreibübungen und wertvollem Feedback weiter begleitet. Memoir III war die ideale Vorbereitung für die Überarbeitungsphase der im Laufe des Jahres gewachsenen Manuskripte. Mit dem Verlagsexpose schärfen wir den Fokus, grenzen unser Thema klarer ab.

Denn: Memoir ist keine Autobiographie. Du musst nicht dein ganzes Leben, nicht alle deine Geschichten in ein Memoir packen, du kannst auch mehrere Memoirs schreiben… Memoir besteht aus persönlichen Erzählungen, die ein Thema illustrieren, sagt Marion Roach Smith in ihrem Memoir Project Blog: „You are going on a small walk with your reader. Don`t tell your big story. Tell just one of your many stories.“

Ist doch beruhigend, dass ich nicht mein ganzes Leben in EIN Buch packen muss 🙂

Autorin: Johanna Vedral