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Beschwingt ins neue Schreibjahr

flowering 2 18

Das Neue Jahr fing gut an – am 2. Jänner pilgerte ich zum ersten Schreibtreff 2018, Punkt 10 Uhr in Eva Karels vor kreativem Übermut & Yoga-Spirit sprudelnden Atelier. Hier gönnte mir ein Naserl voll Lemongrassduft und den Austausch mit Dissertandinnen, die sich nach der Weihnachtspause wieder in ihren Abschlussarbeiten einfanden. Ich genoss es sehr, in den Rohtext für „Dreaming awake with Collage Writing“ einzutauchen. Wenn ich vorher gewusst hätte, wie spannend es ist, auf Englisch zu schreiben, hätte ich mich schon früher dran gewagt!
Am 3. Jänner stärkte ich mich gleich noch mal mit einer Runde Schreiben im Atelier. Es entstanden einige neue Ideen für meine Lese-und Seminarreisen im Frühling und für den Relaunch meines Blogs, der nach 4 Jahren etwas mehr Pflege braucht.
In der Vorfreude auf das erste Seminar 2018, eine Schreibnacht  „Eine Collage-Reise ins Neue Jahr“ fertigte ich ein paar Collagen und packte den Collage-Seminar-Koffer mit ein paar Kilo Zeitschriftenmaterial.
Und dann strömten da 17 Leute zur Schreibnacht ins writersstudio: ein rauschendes Collage-Fest! Wow, war das aufregend, so viele Collage Enthusiasts unterzubringen – und es ging sich aus – am und unterm Küchentisch, am Fensterbrett, auf Beistelltischchen, am Teppich… überall wurde beherzt gerissen, geschnitten, geklebt und gekritzelt, und es entstanden kraftvolle Collagen und Texte.
In der Nacht träumte ich dann, ich hielte mit Charlotte Kollmorgen ein Collage-Seminar  (im Mai darf ich das in Berlin wach erleben :-))
Heute schreibe ich allein zuhaus. Aber – schon am Montag ist wieder One Day Writers Retreat im writersstudio – noch mehr Schreib-Flow beim Nebeneinander-Schreiben in der urbanen Lieblings-Schreib-Oase. Das Jahr 2018 fängt wirklich gut an!
Ich freue mich auf viele gemeinsame Schreibtage in Seminaren und Schreibtreffs & wünsche euch allen Flow & FLOWERING!

Autorin: Johanna Vedral
Collage: „Flowering“, Johanna Vedral

 

 

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Frisch verliebt in mein neues Buch

NaNoWriMo Tag 3: Seit ich mich auf das neue Buchprojekt eingelassen habe, fühle ich mich wie frisch verliebt… und durch den NaNoWriMo darf ich jetzt jeden Tag mindestens eine Stunde mit meinem Buch verbringen, im glückseligen Schreib-flow… Aufregend! Yeah! Wenn ich aufwache, freue ich mich schon auf die Schreibzeit des Tages, auf meine 1000 Wörter. Heute war Schreibtreff, also schon um 12:00  2876 neue Wörter als Rohtext-Tagesausbeute für das neue Buch 🙂

Keep on writing, liebe Schreibwütige da draußen!

bild

Yeah!

Mein geheimes Schreibleben

Ich bin eine Vielschreiberin. Eine Zeitlang habe ich täglich gebloggt, parallel auf diesem Blog und unter Pseudonym auf anderen Plattformen. Immer wieder gibt es aber Zeiten, in denen mir das private Schreiben wichtiger ist. Mein privates Schreibleben ist wie der größte Teil eines Eisberges unter Wasser. Die veröffentlichten Texte – wie dieser Blogbeitrag ­ machen nur einen Bruchteil meines Schreibens aus.

Das geheime Schreiben im Tagebuch ist meine Kraftquelle und das für mich bedeutsamere Schreiben. Wichtiger als ein neuer Titel in meiner Publikationsliste. Im Tagebuch ist der unendlich weite Möglichkeits­Raum, in dem ich nur für mich schreibe. Hier schreibe ich einfach. Punkt. Ich stelle keine Texte her, die für LeserInnen aufbereitet sind. Ich schreibe einfach nur für mich, ohne Verwertungsgedanken. Mein Schreiben darf fließen, ohne Richtung, ohne eine Form annehmen zu müssen. Nichts muss sein, alles darf sein. Ich erlebe: Ich schreibe, also bin ich.

Und dann taucht aus diesem formlosen „stream of consciousness“ ein Blogbeitrag auf, ein Anfangssatz für einen Essay, Ideen für ein Seminar, ein „beat“ einer Szene für eine Short Story, ein Gedicht, ein Brief…

Verzeiht mir, wenn ich mir hier schon wieder verabschieden muss, ich schreib jetzt lieber mit der Füllfeder weiter…

Leselust & Schreiblust

Die Lust am Lesen und die Lust zu schreiben sind untrennbar miteinander verbunden. Viele Schreibende bekennen, immer schon lesesüchtig gewesen zu sein. Der österreichische Schriftsteller Gerhard Roth sagt, dass sich aus dieser Lesesucht seine Schreibsucht entwickelt hätte.

Andrea Gerk hat der heilsamen Leselust mit „Lesen als Medizin“ ein vergnügliches Buch gewidmet, das mich als Leserin tief berührt hat und somit gehalten hat, was der Titel verspricht. Das Buch liefert nicht nur für BibliotherapeutInnen interessanten Stoff, sondern für alle leidenschaftlichen Leseratten 🙂

„Ich erinnere mich an (…) Buchbegegnungen (…) (sie) stießen weitverzweigte Erinnerungsräume auf, die mir auf ganz andere Weise etwas über mein Leben erzählten als ein Tagebuch oder ein Fotoalbum“, schreibt Gerk und schon bin ich mitten in einem Bild von Hermann Hesse, dem magischen Theater im „Steppenwolf“, ein Gang mit unendlich vielen Türen…

Danke auch für diese Perle, Andrea Gerk :-):

„Eine der einfachsten Möglichkeiten, im Alltag systematisch Flow-Erlebnisse zu produzieren, ist Lesen.“

Gerk, A. (2015). Lesen als Medizin. Die wundersame Wirkung der Literatur. Berlin: Rogner & Bernhard.

Die Zauberformel für freudiges Überarbeiten

Überarbeiten Johanna Vedral

Schreib-Flow, Schreib-Lust, Schreib-Rausch… Leidenschaftliche SchreiberInnen mit Erfahrung wissen, wie sie sich in diesen Glückszustand beim Schreiben versetzen können. Schreibende, die gerne überarbeiten, wissen, dass das Überarbeiten auch sehr viel Spaß machen kann. Und da es sich für mich grad so magisch anfühlt, dass ich den Überarbeitungs-Flow, die Überarbeitungs-Lust, ja den Überarbeitungs-Rausch erleben darf, hab ich diese Freude in eine Zauberformel verpackt 🙂

Die Zauberformel für lustvoll dahinfließende Rohtexte ist

regelmäßiges Timed Writing & Freewriting bird by bird = Flow

  • regelmäßig: Schreiben braucht Übung.
  • Timed Writing: Begrenze den Schreibzeitraum und tauche so tiefer und motivierter ins Schreiben ein.
  • Freewriting: Erlaube dir, viele schlechte Rohtexte zu schreiben. Überarbeiten ist später!
  • Bird by bird: Brich dein Schreibprojekt in kleine handhabbare Portionen herunter.
  • Bleib flexibel und offen für Neues: Probiere verschiedene Schreibstrategien aus. Keine Strategie taugt für jeden Text gleich gut.

Du brauchst: einen Stift, Papier und einen magischen Gegenstand – die Stoppuhr 🙂 Das kann eine Sanduhr oder einfach der Handy-Wecker sein. Stelle die Uhr auf 10, 15 oder 20 Minuten und schreibe drauflos, was immer dir durch den Kopf geht.

Die Zauberformel für freudiges Überarbeiten ist

Timed Editing bird by bird & Friendly Feedback from higher concerns to lower concerns = Flow

  • Timed Editing: Die Stoppuhr funktioniert auch beim Überarbeiten! Probiere aus, wie lang am Stück du dich motiviert der Überarbeitung widmen kannst.
  • Bird by bird: Teile deinen Text in kleine handhabbare Einheiten/ Szenen. Du musst nicht alles auf einmal überarbeiten.
  • Hol dir Friendly Feedback! Du musst dich nicht alleine ans Überarbeiten machen!
  • Higher concerns: Überarbeite zuerst Inhalt, Struktur und Kernaussagen.
  • Lower concerns: Überarbeite erst später Sprache und Stil.
  • Bleib flexibel: Probiere verschiedene Überarbeitungsstrategien aus. Keine Strategie taugt für jeden Text gleich gut.

Das Überarbeiten findet auch zuerst am Papier statt. Du kannst deinem Rohtext genussvoll mit bunten Stiften am Ausdruck zu Leibe rücken! Also, Stoppuhr einschalten und los geht’s!

P.S.: Und wie lautet deine Zauberformel?

Auf der Schreib-Insel

Schreibcoaching Johanna Vedral

In diesem Sommer habe ich neue Schreib-Inseln entdeckt. Eine davon war eine richtige Insel, die ostfriesische Insel Norderney, deren speziellen Charme ich auf dem Foto oben festgehalten habe 🙂
Aber es gab noch viel mehr Inseln der Schreib-Freude für mich: als Slow Travellerin, die lieber in den Zug als ins Flugzeug steigt, um durch Europa zu rollen, habe ich es genossen, Stunden um Stunden zu schreiben, mit dem ständigen Flow der Vorwärtsbewegung eines Zuges oder einer Fähre. Ich habe diesen Sommer aber nicht nur in Zügen geschrieben, sondern auch auf Bahnhöfen, Gartenbänken, Gästebetten, Erkern, Kaffeehaustischen, Museensesseln, Terrassen, in Bibliotheken und auf Parkbänken, in U-Bahnen und manchmal auch im Stehen, an ein Fensterbrett gelehnt…
Schreib-Inseln gibt es mehr, als du dir vorstellen kannst 🙂
Wieder zuhause, bin ich weiter im Schreib-Reise-Modus und freue mich darauf, neue Schreib-Orte zu entdecken. Ich habe ja das Glück, in Wien zu wohnen, wo ich jeden Tag Schreib-Insel-Hüpfen oder zu meinem Lieblings-Schreibbrunnen gehen kann.
Eine ganz besondere Schreib-Insel können alle neugierigen Schreib-Nasen am 18. & 19. September beim Open House im writers`studio in Wien besuchen. Zwei Tage lang Gratis-Schreib-Workshops mit einem interessanten Rahmenprogramm (Details demnächst hier!) haben in den letzten Jahren nicht nur WienerInnen, sondern auch Leute aus den Bundesländern angelockt. Wir freuen uns darauf, euch auf unsere Schreib-Insel einzuladen!

Text: Johanna Vedral
Bild: Norderney, Weststrand, 8.8.2015, 16:00, 21 Grad. Johanna Vedral

Schreibtreffs: Wenn ich nur aufhören könnte…

Es ist ja nichts Neues, dass eine Community of Writers nicht zu unterschätzen ist. Nach zwei aufeinander folgenden Vormittags-Schreibtreffs an unterschiedlichen inspirierenden Orten freue ich mich riesig aufs nächste Mal! Leider morgen nicht 😦

Schreibtreffs, bei denen nicht mehr passiert als Schreiben in Gesellschaft: sich nach einer kurzen Runde, in der jed/r ein paar Sätze über das Schreibvorhabens des Tages sagt, eine ausgiebige Schreibzeit von knapp 2.5 Stunden gönnen und abschließend eine Runde mit ein paar Sätzen über das, was wirklich geschrieben wurde. That`s it. So simpel, so wirksam!
Auch spannend: Schreibtreffs, bei denen nicht nur gemeinsam geschrieben wird, sondern auh Raum für Textfeedback ist. Oder zu Retreats ausgedehnte Schreibzeiten – ein paar Tage, eine Woche, noch länger…

Was ist jetzt die bahnbrechende Neuigkeit, die ich hier zu verkünden habe? Dass alle, die ernsthaft Motivation und Commitment für ihre Schreibprojekte stärken wollen, sich nicht nur Schreibzeiten mit sich alleine ausmachen sollten? Dass Schreibtreffs am besten nicht nur alle heiligen Zeiten mal (besser als nie!) oder einmal pro Woche (schon besser!) stattfinden sollten – sondern besser öfter? Und gerne mit wechselnden Menschen, an unterschiedlichen Orten, zu unterschiedlichen Zeiten… Gib deinem Schreiben, deinen Schreibprojekten, deinem writing life einfach mehr Raum, mehr Bedeutung – und tauche ein in den flow!

Ich wünsche uns allen viele produktive Schreibtreffs!
P.S.: Am Donnerstag, 16.Juli 18-21 Uhr kannst du in einen von mir moderierten Schreibtreff kommen: Schreibfabrik mit friendly feedback. Schreibst du mit?