Schlagwort-Archive: Disziplin

Wie finde ich Zeit fürs Schreiben meiner Masterthese?

http://writersstudio.at/collagewriting.php

Wie schaffe ich es, neben Fulltimejob, Kindern und Fortbildungen meine Abschlussarbeit/ mein Buch zu schreiben? Eine Frage, mit der viele Studierende ins Coaching kommen. Eine Frage, die auch für erfahrene Autor/innen immer wieder herausfordernd ist.

Ein größeres Textprojekt wie eine Masterthese, ein Sachbuch oder ein Roman wird dich voraussichtlich 6 bis 12 Monate oder länger beschäftigen. Wie soll sich das nur ausgehen? Der Tag hat nun mal nur eine begrenzte Anzahl an Stunden… Und du hast ja auch noch ein Leben neben dem Schreiben… Stopp! Bevor du jetzt weitergrübelst, einfach drauflosschreibst oder dir Stress erzeugende unrealistische Deadlines setzt, nimm dir eine Stunde Zeit.

Du hast keine ganze Stunde Zeit? Dann fang mal mit einer halben Stunde an. Dafür hast du auch keine Zeit? Dann probier es mal mit 15 Minuten. Du kannst die folgenden Schreibübungen auch in 15-Minuten-Sessions angehen. Oder hast du dafür auch keine Zeit?

Wenn du nicht wenigstens 15 Minuten täglich Zeit findest, dich mit deiner Masterthese zu befassen, wird es noch lange dauern, bis du dieses Projekt abhaken kannst.

Also, starte mit 15 Minuten:

Zeit fürs Schreiben finden/ Übungen für 4 x 15 Minuten

  1. Cluster: Du brauchst deinen Kalender und ein paar Bögen Papier, am besten A3. Beginne mit einem Cluster, welche Projekte du in den nächsten 12 Monaten verwirklichen möchtest. Markiere farbig, wo die größte Freude und Dringlichkeit ist. Welche Projekte sind vorrangig?
  2. Freewriting: Wenn du von all den Projekten nur drei verwirklichen könntest, welche sind das? Und warum?
  3. Freewriting: Wenn du von all den Projekten nur eines verwirklichen könntest, welches ist das? Deine Masterthese? Oder etwas anderes? Warum?
  4. Nimm deinen Kalender zur Hand. Was steht schon in deinem Kalender? Welche anderen Projekte hast du am Laufen? Wie sieht es mit deinen Kapazitäten aus? Wie viele Stunden pro Woche, wie viele Schreibeinheiten kannst du in deinem Leben fürs Schreiben freischaufeln? Was kannst du umschlichten, verschieben oder weglassen, damit ein weiteres Projekt in dein Leben hineinpasst?

Markiere einen nächsten Termin für deine Masterthese/ dein Schreibprojekt in deinem Kalender. Am besten auch gut eine Stunde, um dir Überblick über Milestones, Zwischen-Deadlines etc. zu verschaffen.

Hilfreiche Begleiter: Schreiben muss keine einsame Angelegenheit sein! Gemeinsam in einer motivierenden Gruppe funktioniert Zeitmanagement, Durchhalten und Dranbleiben besser als allein. Die nächste Gruppe für Studierende, die ihre Abschlussarbeit mit Schwung und Strategie angehen wollen, startet am Di. 21. April, 16:00 in Wien. Bis 7.April gibt’s den Frühbucherpreis!

Johanna Vedral

Advertisements

Intentional Blogging Challenge: Warum Bloggen das Schreiben beflügeln kann

Beuteschema. Partnersuchbilder mit Collage Writing erforschenAm 12. September wurde mein Blog ganz unspektakulär ein Jahr alt. 110 Beiträge mit insgesamt gut 27.000 Wörtern habe ich mittlerweile online gestellt und bin weiterhin gerne regelmäßig dran. Wahre Inspirations-Schatzgruben und Ermunterungen, weiter dran zu bleiben am Bloggen sind für mich die Blogs von Schreib-KollegInnen wie Joanna Penn oder Jeff Goins.

Warum ist Bloggen so wertvoll fürs Schreiben? Warum kann Bloggen das Schreiben regelrecht beflügeln?

„Blogging gives you a voice“, sagt Jeff Goins. Beim Bloggen geht es darum, als Schreibende die eigene Stimme zu finden, indem ich über das schreibe, wofür mein Herz brennt und so meine LeserInnen zu berühren. Ein Blog ist ein Möglichkeitsraum, in dem ich mich als Schreibende ausprobieren und meine Stimme finden kann. Ich kann mit kleinen Texten spielen und experimentieren, ich kann schreibdenkend Ideen und ihre Resonanz ausprobieren.

Durch das schnelle Schreiben vieler kleiner Personal Essays oder kurzer Artikel kann ich üben, dem inneren Kritiker davonzuschreiben. Bloggen heißt für mich auch, Schreiben als work in progress zu verstehen und mich mit jedem neuen Artikel von der Tyrannei des perfekten Textes zu befreien. Blogtexte sind schnelle Texte, kein Leser erwartet zigfach überarbeitete Blogartikel 🙂

Eine ganz besondere Belohnung beim Bloggen ist die Resonanz der LeserInnen. Bloggen ermöglicht mir (neben dem Leiten von Schreibworkshops), mit anderen Menschen in Verbindung zu treten, die meine Leidenschaft, das Schreiben, teilen! Jeff bringt es auf den Punkt “ to find other people who connect with what you believe

Jeff Goins ruft zur Intentional Blogging Challenge auf: „Let’s Get Serious About Blogging!“ – 21 Tage lang, beginnend am 8.Oktober, machen 705 Blogger Ernst mit ihren Blogging-Ambitionen… so unterschiedlich diese auch sein mögen. Jeff ermuntert und inspiriert Schreibende, mit dem Bloggen zu beginnen oder ihren Blog mit frischem Wind weiter zu betreiben. Mach mit!

Johanna Vedral

Kreativ und produktiv. Die 6-Schritte-Methode :)

Erfrischend: EVA BLOGGT: wie man viele Kreativ-Projekte unter einen Hut bekommt. Danke, Eva, dieser Artikel ist genau richtig für Montag-Morgen…

Eva Karel

OLYMPUS DIGITAL CAMERA Foto: Simon Zechany

Mir trieft die Umtriebigkeit ja aus den Ohrwascheln, ich werkel meistens an vielen Projekten gleichzeitig und grad frage mich: Warum funktioniert das eigentlich?

Aktuell bereite ich vier Uni-Lehrveranstaltungen vor, die in einer Woche starten, halte zwei Yogakurse wöchentlich, schreibe an einem Buch, bin mal mehr, mal weniger im Atelier malen, lektoriere wissenschaftliche Texte und ziehe meine beiden Burschen groß.

Weil es ein paar handfeste Gründe gibt, warum das für mich grad so hinhaut, hab ich mir gedacht – die trage ich jetzt mal zusammen. Hier meine ganz persönliche Methode:

  1.  Begeisterung
  2.  Schreiben
  3. Zeitplan
  4. Trödeln
  5. Yoga
  6. Fluchen

Und schon geht’s los:

1.) Begeisterung. Wenn ich daran denke, was mir während der Schulzeit so an Glaubenssätzen eingetrichtert wurde, dürfte es mich heute gar nicht geben. Es seien keine Lücken im Lebenslauf zu generieren, auf die ökonomische Verwertbarkeit der Ausbildung sei tunlichst zu achten, man möge ab der Matura bittesehr das zeitnahe Einzahlen in…

Ursprünglichen Post anzeigen 779 weitere Wörter

6 Tipps fürs Schreiben der Diplomarbeit aus verhaltenspsychologischer Sicht

Schreiben ist eine Form von „verbal behavior“, sagt der US-amerikanische Verhaltens-Psychologe B.F. Skinner in seinem klassischen Vortrag für Studierende „How you discover what you have to say” (Skinner, 1981)
Wie können wir unser Schreib-Verhalten effizienter gestalten? Wie sollte das Selbst-Management beim Schreiben der Diplomarbeit und anderen Schreibprojekten aussehen?

  1. Guter körperlicher Zustand: gute Ernährung, genug Bewegung und Erholung.
  2. Schreibort: Da am Schreibtisch Kontrolle über das „verbal behavior“ erlangt werden soll, wird am Schreibtisch nur geschrieben. Das bedeutet auch, dass der Laptop für Freizeitaktivitäten woanders hingetragen wird 🙂
  3. Disziplin: Schreibe jeden Tag zu einer bestimmten Zeit, z.B. eine Stunde am Vormittag. Es reicht, mit regelmäßigen 10-Minuten-Sessions zu beginnen.
  4. Notizbuch immer dabei: Schreibe tagsüber Ideen und Notizen in ein Notizbuch. Die besten Ideen kommen oft zwischendurch, wenn du nicht am Schreibtisch sitzt.
  5. Positive Verstärker: Du kannst z.B. deinen täglichen Schreibfortschritt & das Wachsen deiner Texte (Worte, Zeichen zählen) dokumentieren. Oder du holst dir den besten Verstärker, den es fürs Schreiben gibt: Feedback von einem friendly reader oder in einer Schreibgruppe 🙂 (z.B. in der Schreibfabrik mit Feedback).
  6. An  zwei Texten parallel arbeiten: Wenn du „sick of the subject” bist und sich große Abneigung gegenüber deinem Text einstellt, arbeite an einem zweiten Text gleichzeitig. Wenn du bei einem Text nicht weiter kommst, wechsle zum anderen.

Was machst du, um dein Schreibverhalten zu optimieren? Nutzt du auch Selbst-Konditionierungstechniken wie Skinner?

Skinner, B.F. 1981. How you discover what you have to say. A talk to students. The Behaviour analyst 4(1): 1-7. URL: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2741992/pdf/behavan00072-0003.pdf (Stand: 19.8.2014)

Autorin: Johanna Vedral