Schlagwort-Archive: Diplomarbeit

Welche Funktionen hat ein Exposé/ Rohexposé?

Ein Exposé ist die kurze Darlegung deines noch zu bearbeitenden Forschungsvorhabens. Das Rohexposé (=themensuchendes Exposé) sollte als Prozess, ohne Anspruch auf Perfektion betrachtet werden!

Die grundlegende Funktion jedes Exposés ist die Entwicklung einer eigenen Fragestellung und der damit verbundenen methodischen und theoretischen Herangehensweise (Entwicklungsfunktion). Ein Exposé dient als Grundriss für das eigene Vorgehen.

Bei größeren Schreibprojekten tritt auch die Ergebnissicherung bzw. Selbstvergewisserung über die eigene Arbeit hinzu. Das Exposé dient dazu, dass die AutorIn zu Beginn des Projekts ihr eigenes Vorgehen reflektieren, gegebenenfalls verändern und so einen konstruktiven Lernprozess in Gang setzen kann, der Fehlinvestitionen von Ressourcen vermeiden soll (Reflexionsfunktion).

Neben diesen nach innen gerichteten Funktionen soll ein Exposé BetreuerInnen von Abschlussarbeiten sowie auch deine Peers über dein geplantes Vorhaben informieren und sie von deinem Vorhaben überzeugen.  Das Exposé gibt eine Vorstellung von deinen Überlegungen und hilft, mögliche Lücken oder Problemstellen in der Konzeption zu erkennen und zu Änderungen anzuregen (Korrektivfunktion).

Die vorläufige (!) Gliederung ist auch in einem so frühen Stadium wie dem themensuchenden Exposé sinnvoll. Dabei ist es selbstverständlich, dass die Literaturliste ebenfalls noch vorläufig ist bzw. die Literatur noch nicht ausreichend bearbeitet worden ist. Der Versuch, eine vorläufige Gliederung zu erstellen, kann bei der Selbstvergewisserung hilfreich sein und zeigt u.U. Schwierigkeiten bei der gedanklichen Strukturierung auf, die mit der BetreuerIn geklärt werden können. Die Gliederung wird sich vom Rohexposé über das  Exposé bis hin zur fertigen Arbeit weiterentwickeln.

Wie ist ein Exposé aufgebaut?

Advertisements

Gendern in wissenschaftlichen Texten – wozu?

Die unvermeidlichen Fragen von Studierenden, wenn es um die Formalia einer Seminararbeit geht,sind: „Müssen wir in Seminararbeiten gendern? Sollen wir das Binnen-I verwenden oder beide Geschlechter nennen? Können wir nicht einfach in einer Fußnote anmerken, dass wir beide Geschlechter mit der männlichen Form meinen? Warum müssen wir überhaupt gendern, das ist so mühsam?“

Faire und inklusive Kommunikation, also auch das Gendern, will heißen der Gebrauch einer geschlechtergerechten Sprache ist mittlerweile in den Satzungen vieler Universitäten verankert. Das Gendern soll dazu beitragen, die sprachliche Unsichtbarmachung von Frauen zu vermeiden. Wie genau gegendert werden soll, dafür wird meist Spielraum gelassen. In den APA-Richtlinien zu bias-free language heißt es: „APA supports the choice of communities to determine their own descriptors.“ Es steht auch nicht in den Richtlinien zur Manuskriptgestaltung der Deutschen Gesellschaft für Psychologie festgeschrieben, wie gegendert werden soll:

  • durch explizite Nennung beider Genera (Studentinnen und Studenten)?
  • durch kombinierte Formen wie die Schrägstrichform (Student/innen) oder das Binnen-I (StudentInnen)?
  • oder durch die Schaffung inklusiver Formen (Studierende)?

Das ist nicht so schnell zu beantworten. Ich persönlich bevorzuge das Binnen-I und nach Möglichkeit die Verwendung inklusiver Formen, in meinen Texten wie in denen meiner Studierenden. An Grundsatzdiskussionen über die Notwendigkeit des Genderns habe ich wenig Interesse, ich diskutiere ja auch nicht über die Sinnhaftigkeit anderer wissenschaftlicher Konventionen zur Textgestaltung, die oft mühsam sein können.

Im Leitfaden der WU Wien für geschlechtergerechtes Formulieren findest du gute Argumente und Studienergebnisse dazu, warum es nicht egal ist, ob du geschlechtergerecht formulierst. Auch wenn es vorerst unbequemes Umdenken erfordern mag.

 

Cluster-Gehirne und Dodos

Cluster Johanna Vedral

Im Intensivkurs „Frei geschrieben“ rauchen diese Woche die Köpfe der Studierenden. In einer motivierten Gruppe starten sie das neue Semester mit frischem Schwung und packen im writers`studio beherzt ihre Masterthesen, Diplomarbeiten und Bachelorarbeiten an. Bei der Metaphernsuche für die leidigen Abschlussarbeiten tauchen Tiere wie Elefanten, Vielfraße, Schildkröten, Drachen und sogar Dodos auf (die ja noch nie jemand gesehen hat). In der Auseinandersetzung mit diesem munteren Zoo entstehen täglich neue Freewritings und so viele Cluster, dass es nach dem Workshop schon mal vorkommen kann, dass eine Teilnehmerin mit einem „Cluster-Gehirn“ nach Hause geht (um dort munter weiter zu clustern, weil die Ideen nur so sprudeln).

Das Cluster ist ein besonders reizvolles Tool aus der Creative Writing Praxis. Mit Clustern kann ich am Papier spielerisch nachdenken, mich beim Denken überraschen lassen und einen Punkt finden, an dem ich zu schreiben beginnen mag,

So ein Cluster-Gehirn erlaubt neue Assoziationen, Gedankenverbindungen und Ideen. Text-Strukturen und Gliederungen entwickeln sich wie durch Zauberhand – am besten mit buntem Filzstift auf A3-Papier – oder noch größer. Gabriele Rico, die Erfinderin des Clusterns, sprach davon, dass größeres Papier auch „bigger ideas“ ermögliche… Probiere es aus und clustere auf A5, A4, A3 und größer…

  1. Schreibe in die Mitte eines Papiers im Querformat einen Begriff.
  2. Zeichne einen Kreis darum. Das ist der Kern des Clusters.
  3. Von der Mitte ausgehend werden Ketten von Einfällen gebildet. Sobald dir nichts mehr einfällt, geh zurück zur Mitte und beginne mit einer neuen Assoziationskette. Du kannst aber auch ganz wild dahinclustern, alles ist erlaubt.
  4. Wichtig ist: jeder neue Begriff wird mit einem Kreis umgeben und durch einen Strich mit dem Kern oder einem anderen Gedanken verbunden.
  5. Wenn dir nichts mehr einfällt, zeichne ein paar leere Kreise, damit dein Cluster-Gehirn noch Raum für neue Ideen findet.
  6. Widerstehe dem Ordnen deiner Gedanken, bis das Blatt voll ist. Jetzt kannst du mit Farben oder Nummerierungen Ordnung in deine Ideen bringen.
  7. Beginne an der spannendsten Stelle oder an der, die du als Anfang festgelegt hast, vom Cluster ausgehend ein Freewriting zu schreiben.

Viel Spaß!

Johanna Vedral

Wie finde ich Zeit fürs Schreiben meiner Masterthese?

http://writersstudio.at/collagewriting.php

Wie schaffe ich es, neben Fulltimejob, Kindern und Fortbildungen meine Abschlussarbeit/ mein Buch zu schreiben? Eine Frage, mit der viele Studierende ins Coaching kommen. Eine Frage, die auch für erfahrene Autor/innen immer wieder herausfordernd ist.

Ein größeres Textprojekt wie eine Masterthese, ein Sachbuch oder ein Roman wird dich voraussichtlich 6 bis 12 Monate oder länger beschäftigen. Wie soll sich das nur ausgehen? Der Tag hat nun mal nur eine begrenzte Anzahl an Stunden… Und du hast ja auch noch ein Leben neben dem Schreiben… Stopp! Bevor du jetzt weitergrübelst, einfach drauflosschreibst oder dir Stress erzeugende unrealistische Deadlines setzt, nimm dir eine Stunde Zeit.

Du hast keine ganze Stunde Zeit? Dann fang mal mit einer halben Stunde an. Dafür hast du auch keine Zeit? Dann probier es mal mit 15 Minuten. Du kannst die folgenden Schreibübungen auch in 15-Minuten-Sessions angehen. Oder hast du dafür auch keine Zeit?

Wenn du nicht wenigstens 15 Minuten täglich Zeit findest, dich mit deiner Masterthese zu befassen, wird es noch lange dauern, bis du dieses Projekt abhaken kannst.

Also, starte mit 15 Minuten:

Zeit fürs Schreiben finden/ Übungen für 4 x 15 Minuten

  1. Cluster: Du brauchst deinen Kalender und ein paar Bögen Papier, am besten A3. Beginne mit einem Cluster, welche Projekte du in den nächsten 12 Monaten verwirklichen möchtest. Markiere farbig, wo die größte Freude und Dringlichkeit ist. Welche Projekte sind vorrangig?
  2. Freewriting: Wenn du von all den Projekten nur drei verwirklichen könntest, welche sind das? Und warum?
  3. Freewriting: Wenn du von all den Projekten nur eines verwirklichen könntest, welches ist das? Deine Masterthese? Oder etwas anderes? Warum?
  4. Nimm deinen Kalender zur Hand. Was steht schon in deinem Kalender? Welche anderen Projekte hast du am Laufen? Wie sieht es mit deinen Kapazitäten aus? Wie viele Stunden pro Woche, wie viele Schreibeinheiten kannst du in deinem Leben fürs Schreiben freischaufeln? Was kannst du umschlichten, verschieben oder weglassen, damit ein weiteres Projekt in dein Leben hineinpasst?

Markiere einen nächsten Termin für deine Masterthese/ dein Schreibprojekt in deinem Kalender. Am besten auch gut eine Stunde, um dir Überblick über Milestones, Zwischen-Deadlines etc. zu verschaffen.

Hilfreiche Begleiter: Schreiben muss keine einsame Angelegenheit sein! Gemeinsam in einer motivierenden Gruppe funktioniert Zeitmanagement, Durchhalten und Dranbleiben besser als allein. Die nächste Gruppe für Studierende, die ihre Abschlussarbeit mit Schwung und Strategie angehen wollen, startet am Di. 21. April, 16:00 in Wien. Bis 7.April gibt’s den Frühbucherpreis!

Johanna Vedral

Wissenschaft in Worte fassen – ein Radiobericht

Heut hab ich mehr Lampenfieber als vor dem Vortrag im WU-Hörsaal. Denn von 14:40 – 14:55 wird auf Ö1 in „Moment Leben heute“ Andrea Hauers Bericht von der Schreibnacht in der WU (4.2.15) ausgestrahlt. Im Rahmen dieser Schreibnacht habe ich gemeinsam mit Michaela Muschitz die Studierenden mit Vortrag & Coaching unterstützt…

Ich freu mich über Feedback…
Wer heute keine Zeit hat, Radio zu hören: Bis 15.2. kann die Sendung auf der Ö1-Seite nach-gehört werden.
http://oe1.orf.at/programm/396599

Johanna Vedral

Bist du eine Flow-SchreiberIn?

Viele Schreibende bevorzugen einzelne Schreibphasen und hadern mit anderen.

Der eine träumt gerne von den Texten, die er schreiben wird, fängt aber nie an. Wie schön, wie viele Möglichkeiten es in der Ideenfindungsphase gibt! Die andere strukturiert und plant gerne, tut sich aber schwer damit, im Freewriting einfach shitty first drafts zu produzieren. Andere wiederum schreiben drauflos und verlieren sich irgendwann in den unendlichen Rohtext-Mengen, die sie produziert haben.

Beim Rohtext-Schreiben bin ich eine ziemliche Draufgängerin. Ich schmeiße die Worte hin und vertraue darauf, dass da etwas davon brauchbar sein wird. Vielleicht die Hälfte davon, oder weniger, aber das macht nichts. Ich bin eine Flow-Schreiberin. Für mich ist es unglaublich wichtig, in allen Phasen des Schreibprozesses dieses Flow-Element zu erleben.

In der Überarbeitungs-Phase holt mich dann diese Flow-Orientierung ein. Das ist ja dann „Arbeit“ 🙂 Für mich ist es zur Zeit ein großes Abenteuer, den Flow im Überarbeiten zu finden – und wieder einmal festzustellen, dass Überarbeiten in eine Art Endspurt-Rausch führen kann… (wenn die Deadline realistisch gesetzt wurde)

Es braucht für jeden Schreib-Typ immer wieder Reflexion – in welcher Schreibphase bin ich gerade? Was kommt als Nächstes? Wo bleibe ich immer wieder stecken im Schreibprozess? Wie kann ich die Übergänge zwischen den einzelnen Phasen so gestalten, dass ich dabei weniger Angst/ Unlust empfinde? Kann ich jeder Schreibphase etwas abgewinnen? Ohne in den Widerstand zu gehen? Wenn nein, wo kann ich mir Unterstützung holen, damit ich auch die (bis jetzt) weniger beliebten Schreibphasen gut meistere?

Ich freue mich darauf, dich beim Schreiben zu begleiten!

Wenn du den Schreibprozess gerade mit einer wissenschaftlichen Abschlussarbeit erforscht, komm in die Gruppe frei geschrieben“, Semesterkurs Start: 4.November 2014, geblockter Kurs: 27./28. Februar, 1./3./4./6.7. März 2015

Wenn du das Handwerk des Schreibens lieber anhand der Textsorte Personal Essay lernen möchtest, komm in die Gruppe Writers` Tricks“, 2 Wochenenden 19./20. Dezember 2014 & 9./10.Jänner 2015

Autorin: Johanna Vedral
Bildquelle: Photographer: 44833 (pixabay)

5 Zeichen, dass du wirklich bereit bist, deine Masterthese (fertig) zu schreiben

143773075Bist du wirklich bereit, deine Diplomarbeit/ Masterthese (fertig) zu schreiben? Oder sagst du noch: Eigentlich sollte ich ja schon an meiner Masterthese schreiben, aber ich finde nicht die Zeit… Stopp! Das bringt dich nicht weiter. Nimm dir lieber ein paar Minuten Zeit, um deine Arbeitshaltung zu überprüfen und schau dir an, welche der 5 Zeichen bereits auf dich zutreffen!

1) Du setzt dir eine Deadline und kommunizierst diese auch deiner Umgebung. Du bist bereit zum commitment: JETZT!

2) Du nimmst eine aktive Haltung ein: Yes I can! Denn Schreiben ist ein Handwerk, das du lernen kannst & als AkademikerIn sowieso immer wieder als nützliches Skill einsetzen wirst (müssen).

3) Du nimmst dir regelmäßig Zeit fürs Schreiben. Statt den Kopf in den Sand zu stecken und ihn erst ein paar Tage vor der Abgabe panisch wieder herauszuziehen, schaust du dir in deinem Kalender an, wann & wo du dein Schreibprojekt am besten unterbringst. Du erstellst einen provisorischen Terminplan, den du im Verlauf deines Schreibprozesses zu einem realistischen Terminplan änderst. Aber du hast auf jeden Fall einen Plan! 🙂

4) Du schreibst täglich mindestens 10 Minuten. Denn wie bei jedem Handwerk ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Und während du drauf wartest, dass die Muse dich küsst, kannst du sie auch schon herbei becircen, indem du deine Schreibmuskeln mit Freewriting trainierst.

5) Du holst dir Unterstützung, ohne dich dafür zu schämen. Wie man eine gute wissenschaftliche Abschlussarbeit schreibt, lernt man meistens erst beim Schreiben dieser Arbeit. Und wenn du das im Alleingang bewältigen möchtest, machst du es dir unnötig schwer. Schreiben muss keine einsame Angelegenheit sein.

Statt allein vor dich hinzuwursteln, triffst du dich zum Schreiben und für Textfeedback mit anderen Studierenden, z.B. in einer Motivationsgruppe. Wenn dein Schreiben stockt, nimmst du Kontakt auf mit einem Schreibcoach. Statt dich am Schluss mit Zweifeln über die inhaltliche Qualität deiner Arbeit oder über die Rechtschreibung zu quälen, lässt du deine Masterthese durch ein professionelles Lektorat  laufen.

Auf dich treffen weniger als 5 Zeichen zu? Du möchtest aber endlich loslegen? Hol den Kopf raus aus dem Sand! Jetzt! Die nächste Schreib-Motivationsgruppe für Studierende startet am Dienstag, 4.November 2014 in Wien. An 7 Dienstag-Nachmittagen (jeweils 16:00 bis 19:30) lernst du das Schreibhandwerk von Freewriting über Forschungsfrage bis Friendly Feedback.

Ich freue mich darauf, dich bei deinem Schreibprozess zu unterstützen. Komm zum kostenlosen Infoabend: Di, 21. Oktober 2014, 18 Uhr

Johanna Vedral

Bildquelle: pixabay