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Gute Zeiten für Collage Maniacs!

7.4.2017 1

Nur noch zwei Tage bis zum nächsten Collage Dream Writing Workshop im writers`studio in Wien! Das Vorbereiten meines Lieblings-Seminars artet in Collage-Sessions aus. Dazwischen bastle ich an einer Landing page für mein Buch Collage Dream Writing, auf der auch all die Collagen Platz finden sollen, die für den Buchdruck zu teuer sind.

Aber auch der Mai steht in Wien ganz im Zeichen von Collage und Träumen: Ich freue mich darauf, von 5.-7.Mai bei Tenzin Wangyal Rinpoche persönlich „The Tibetan Yoga of Dream and Sleep“ lernen zu dürfen und mich am 17. Mai von Victoria Rabinowe inspirieren zu lassen, wenn sie in „The Language of Dreams: Poetry of the Soul“ einweiht.

Beim Sichten von mittlerweile Hunderten selbstgefertigten Collagen bekomme ich Lust, konkrete Pläne für Aufbau-Seminare für Collage Maniacs zu schmieden. Ein paar Stichworte dazu? Collage in progress, Collage Reading und Collage-Traum-Serien…

„Lass dich von dir selbst überraschen!“, ist das Motto von Charlotte Kollmorgen, der Begründerin der Collagen-Therapie. Das Spiel mit Collage & Schreiben erlaubt genau das: Unvorhergesehenes darf erscheinen. Denn: „The unconscoius can write itself, and create a new reality“, kündigen die Veranstalter der NYC Regional Conference der International Association for the Study of Dreams am 13. Mai in New York an.

Falls du spontan zu Ostern in deinen ganz persönlichen Pool of Wonder springen möchtest – es gibt noch zwei freie Plätze im Seminar 14. -16. April!

Autorin: Johanna Vedral
Collage: Johanna Vedral

Mach dir ein Bild von deinem kreativen Prozess!

Es gibt eine ganz gefinkelte Form der Prokrastination, der ich gerne in der mühsamen Endphase eines Buchprojektes verfalle: ich springe zu einem neuen Buchprojekt, wo ich mit Enthusiasmus neue faszinierende Ideen erforsche und Rohtexte schreibe… und das fast fertige Buch bleibt liegen. Der Funke der Begeisterung springt zum nächsten Buch, und es fällt mir immer schwerer, am alten Buch optimistisch dran zu bleiben und es weiter engagiert zu betreuen: ein aussagekräftiges Expose schreiben, Verlage anschreiben, Literaturagenturen kontaktieren und mich von einer immer länger werdenden Liste von Absagen nicht entmutigen zu lassen…

In dieser Phase sind Schreibfreundinnen Goldes wert, die an mein Buch glauben, Interesse daran bekunden, es zu lesen, Ideen beisteuern, welche hilfreichen Menschen ich noch kontaktieren könnte, damit sich was bewegt, welche Verlage interessant sein könnten… und wieder und wieder mit mir darüber sprechen, wie ich guten Mutes durch diese schwierige Phase kommen kann. Was besonders wichtig ist, wenn die vermeintlich kalmierten Ängste und Zweifel Kirtag feiern wie nie zuvor. Also: ran an die tapfere Reflexion! Überprüfe deine bereits erarbeiteten Angstmanagement-Techniken und Metakognitionen!

Was für ein Bild machst du dir von deinem kreativen Prozess? Könnte es sein, dass dich deine Metaphern für den kreativen Prozess in eine Sackgasse geführt haben, in der du nun eingebremst vor dich hin scharrst?

Für mich war lange Zeit das passendstes Bild für den kreativen Prozess die Beziehungs-Metapher: mein Buch als mein Liebespartner, dem ich libidinös verbunden bin. Wie es scheint, behindert mich aber in Phase 5 des Schreibprozesses die Beziehungs-Metapher. Im Gespräch mit einer Freundin stelle ich fest: Ein Buch ist kein Ehemann, von dem ich mich irgendwann trenne, cut, ihn hinter mir lasse, hoffentlich ohne Rosenkrieg. Auch wenn ein Buch so etwas wie ein Lebensabschnittbegleiter sein kann, sieht die Trennung anders aus. Es kommt eine Metapher für den Schreibprozess ins Spiel, die ich verworfen hatte: die Metapher von Zeugung, Schwangerschaft, Geburt… und dann ist das Baby da und ich liefere dieses schutzlose Wesen der Öffentlichkeit aus? Nein!

Aber wie wäre es, wenn ich mein Buch-Baby wie ein Kind sehe, das erwachsen wird? Und den Verlag als eine Wohnung, in der es sich wohlfühlt, sich weiter entwickeln darf? Keine Trennung, kein Abschied, kein Losschneiden. Ich werde weiterhin in Kontakt stehen mit meinem erwachsen gewordenem Buch, auch wenn es nicht mehr bei mir wohnt. Release heißt nicht, alles über Bord zu werfen, als wäre es unnötiger Ballast, sondern nur, dass es Zeit ist, loszulassen, Zeit, die nächste Etappe der Reise anzutreten.

Nach Phase 5 des Schreibprozesses ist das Ende der Reise mit deinem Buch noch lange nicht erreicht, wenn du einen Verlag gefunden hast. Denn nun gilt es, gute Vertragsbedingungen auszuhandeln, das Manuskript den Wünschen des Verlags entsprechend zu überarbeiten und dich weiterhin um Werbung für dein Buch zu bemühen, z.B. eine Website und Flyer für dein Buch erstellen… Hol dir so viel Unterstützung & Ermutigung, wie du brauchst!

Autorin: Johanna Vedral
Collagen: Johanna Vedral

Mach dir ein Bild von deinem kreativen Prozess: Collage Dream Writing, 14.-16.April 2017 in Wien/ rasch anmelden: ein Seminarplatz ist noch frei!

Poetry of the Soul mit Victoria Rabinowe

victoria

Während der Recherchen für mein Buch „Collage Dream Writing“ (das Buch zum Seminar, dzt. auf Verlagsrunde) habe ich auf einer Traumkonferenz eine äußerst inspirierende Künstlerin kennengelernt. Victoria Rabinowe aus Santa Fe, die wie ich Collage, Schreiben und Traumarbeit verbindet. Victoria hat mich mit ihrem Dream Poetry Workshop und den Collagen, die sie ausstellte, derart begeistert, dass ich sie nach Wien einladen musste Ich freue mich auf eine kreativ sprudelnde Mai-Woche in Wien – und dann im Juni besuche ich Victoria in Santa Fe, juhu!

Et voila: Am 17. Mai hat Victoria ein ganz besonderes Seminar-Zuckerl für schreibende Menschen, die kreativ mit ihren Träumen arbeiten wollen: The Language of Dreams: Poetry of the Soul: Capturing dreams through poetry and collage.
Victoria unterrichtet auf Englisch, die TeilnehmerInnen können auf Deutsch oder Englisch schreiben. Ich finde beide Möglichkeiten reizvoll, besonders bei Poetry eröffnet Schreiben auf Englisch für mich eine neue Dimension.
Ich freue mich auf ein Wiedersehen in Victorias Workshop…in Wien, in Anaheim oder in Santa Fe…

Johanna Vedral

http://writersstudio.at/collagewriting.php

Von Verlagskorrespondenzen und der Schublade der gestorbenen Bücher

Memoir schreiben

Seit Oktober ist mein Sachbuch „Collage Dream Writing“/ das Buch zum gleichnamigen Seminar fertig. Die Freude war groß. Da ich von einem großen Verlag das Versprechen (noch keinen Vertrag) hatte, dass sie mein Buch gerne publizieren würden, schickte ich das Buch also nicht auf weitere Verlagsrunde, sondern mal nur zu diesem Verlag. Außerdem drängte schon das nächste Buch aus mir raus, Rohtextschreibrausch ist fantastisch, also machte ich mich daran, dieses nächste Buch zu schreiben, während „Collage Dream Writing“ in der Lektoratswarteschleife des großen Verlages lag. Ich solle ihnen bitte bis Dezember Zeit geben, das Manuskriptangebot zu prüfen, hieß es im Oktober. Fein, ich hatte also den Kopf frei für das neue Buch.

Als ich Anfang Jänner noch nichts von der Lektorin gehört hatte, fragte ich nach. Zwei Wochen später die äußerst nette Absage für mein Buch-Baby: sie sähe bei diesem Projekt als Zielgruppe vor allem KunsttherapeutInnen, aber wenn ich ihr ein anderes Buch über Schreiben und Therapie/ Coaching anbieten möchte, würde sie das gerne prüfen.

Ein schlimmer Dämpfer für mein Ego. Ich bin gekränkt und verunsichert. Außerdem weiß ich, dass mein Buch nicht nur für KunsttherapeutInnen interessant ist, sondern auch für TherapeutInnen und GruppenleiterInnen jeder Richtung, für AutorInnen, KünstlerInnen und alle Menschen, die sich selbst künstlerisch näher kommen wollen. Ist das eine zu breite Zielgruppe?

Aber statt mich jetzt von Selbstzweifeln zernagen zu lassen, schaue ich lieber darauf, was ich aus dieser Absage lernen könnte. Ich lerne u.a. Folgendes daraus: Wenn dieser Verlag nicht ein Sachbuch zu einem in eine Reihe passenden Thema in Auftrag gibt, ich also ein Manuskript anbiete, das nicht schon ein vorbestelltes Produkt ist, sind die Chancen auf einen Vertrag nicht so rosig. Schluck. Seufz. Grummel. Ich habe also weitere in Frage kommende Verlage recherchiert, die auch Titel zu kunsttherapeutischen Themen im Programm haben, und mit der nächsten Verlagsrunde begonnen, sprich: ich verschicke Exposes, Leseproben und meinen Lebenslauf per Post oder per Mail an die von mir nach gezielter Recherche ausgewählten Verlage und bastle mir eine Excel-Tabelle, um den Überblick über die Verlagskorrespondenzen nicht zu verlieren.

An anderen Tagen arbeite ich munter weiter an meinem neuen Buch, einem Erotic Memoir (noch ohne Titel). Währenddessen tingeln mein Sachbuch „Collage Dream Writing“ und ein Memoir, dem ich jetzt auch aus Vermarktungsüberlegungen heraus das Etikett „autobiographischer Roman“ aufgeklebt habe, durch die Verlage.

Früher habe ich so manches Buchprojekt nach ein paar Verlagsabsagen in der Schublade der gestorbenen Bücher abgelegt. Jetzt mache ich das anders. Diese Buch-Babys werden weiterhin in die Welt hinaus geschickt, sie werden released! Dafür braucht es langen Atem, Hartnäckigkeit und Durchhaltevermögen, wie beim Schreiben sowieso. Was bleibt mir anderes übrig?

„The most important thing about art is to work. Nothing else matters except sitting down every day and trying.” (Steven Pressfield)

Keep on going!

Autorin: Johanna Vedral

Es ist nie zu spät

Collage Writing

Wie sieht es aus mit deiner Liebes-Beziehung zum Schreiben? Habt ihr euch wieder aus den Augen verloren? Hast du vielleicht vor einigen Jahren Morgenseiten geschrieben, dann aber wieder damit aufgehört?

Julia Camerons neues Buch „It`s never too late to begin again“ ermutigt, den Faden wieder aufzugreifen. Die mittlerweile fast 70jährige Autorin von über 30 Büchern , u.a. des Weltbestsellers „Der Weg des Künstlers“, spricht dabei besonders Schreibende an, die frisch pensioniert sind und wieder an ihre Kreativität anknüpfen wollen, „students who are embarking on their “second act.”

Was bedeutet es, sich in das Abenteuer zu stürzen, im Alter ganz neu in die Kreativität einzutauchen?
Davon erzählt Molly Peacock in ihrer Biographie „The Paper Garden. An Artist begins her life`s work at the age of 72 von der Erfinderin der Collage, Mary Delany. Die vielseitige Künstlerin (1700 – 1788) mit repräsentativen Pflichten am englischen Königshof war berühmt für ihre Gartengestaltung, Kleiderdesigns, Papiersilhouetten und Muschelinstallationen und sie schrieb ein Memoir und mindestens 4000 (!) Seiten Briefe. Ihr Lebenswerk, die Erfindung der Collage, begann sie erst im Alter von 72 Jahren.Mary Delany hatte keine Illustriertenphotos zum Zerschnipseln, die Photographie war ja noch nicht erfunden. Daher bemalte sie Papier mit Wasserfarben, ließ es trocknen und schnitt anschließend daraus hunderte kleiner Papierschnipsel aus, die sie dann zu ihren unglaublich realistischen Blumenportraits zusammensetzte. Zwischen 1772 und ihrem Tod 1788 fertigte sie eine umfangreiche Serie von 985 (!) Blumen-Collagen, die heute im British Museum zu sehen ist.

„It’s never too late“, sagt auch Frieda Lefeber, die ihre Liebe zur Malerei erst spät im Leben zu pflegen begann:  “I had no idea I could paint,” sagt eine, mit 76 Jahren begann, Kunst zu studieren, mit 83 ihren Abschluss an der Pennsylvania Academy of the Fine Arts machte und nun mit 101 Jahren präsentiert sie ihre erste Solo-Ausstellung.

Frieda malt aber nicht nur, sie schreibt auch. Mit 88 publizierte die Holocaust-Überlebende ihre Autobiographie „Frieda`s journey“ (2003), in der sie von Kindheit und Jugend im Deutschland der 1920er und 30er, von den Weltkriegen, der Auswanderung in die USA und was es bedeutete, hier als Immigrantin zu leben, erzählt – aber sie thematisiert auch die “ joys and talents that can be found unexpectedly even late in life“.

Hast du Lust bekommen, wieder oder erstmals in deine Leidenschaft fürs Schreiben oder für Collage und Schreiben einzutauchen? Ein Schreib-Workshop oder ein Collage Dream Writing Workshop in Wien bringt dich mit einer einzigartig belebenden Community of Writers jeden Alters zusammen und facht deine Kreativität an mit Freewriting, Morgenseiten, dem Wechselspiel von Collage und Schreiben und Friendly Feedback. Schreiben in Cafes oder in Museen ist in Wien ganz besonders inspirierend!

Autorin: Johanna Vedral