Archiv der Kategorie: flow

Die Muse mit Yoga einladen

exercise-2029428__340

Yoga verändert das Bewusstsein von Schreibenden. Schreib aus deiner Mitte heraus! „Write what your spirit, body, and language demand you write“, fordert der amerikanische Autor und Schreibtrainer Jeff Davies auf. Denn mit regelmäßiger Yogapraxis kannst du Einfluss nehmen auf deine Konzentrationsfähigkeit, deine Vorstellungskraft, dein Energielevel und die Achtsamkeit gegenüber deinen Emotionen, alles wichtig für deinen Weg als Schreibende/r.

Jeff Davies zeigt in seinen „Yoga as Muse“-Workshops wie auch in seinem Buch „The Journey from the center to the page. Yoga philosophies and practices as muse for authentic writing“ (2008), wie der Körper als „limitless muse for writing“ dienen kann.

Aber wie beginnen? Wie kommt die Muse zum Schreibtisch? Mach es ihr leichter, indem du die Yogamatte ausrollst: „My mat resides beside my desk.“

Willst du ausprobieren, die Muse zu dir auf die Yogamatte einzuladen? Im Schreibcafe mit Yoga hast du jeden 4. Donnerstag im Monat die Gelegenheit, deine Muse mit einer Yogastunde zu verwöhnen, bevor du dich ans Schreiben machst. Dabei orientieren wir uns an dem von Jeff Davies gelehrten „Yoga as a Muse process“:

  • Focus on a creative challenge or theme and set a creative intention: Wir beginnen mit 10 Minuten Morgenseiten.
  • Engage a sequence of yoga tools as part of the writing process: Wir genießen eine Stunde Yogapraxis.
  • Bring a yogic awareness to the writing act: Mit dem von Yoga erfrischten body-mind-spirit genießen wir eine neue Qualität des Schreibens.

Beim nächsten Schreibcafe mit Yoga am Donnerstag, 23. Februar 2017 laden wir die Muse mit einer Folge sanfter TriYoga Flows ein!

Keine Anmeldung & keine Yoga-Vorkenntnisse erforderlich. – Come as you are!
Entspannter Hirn post Yoga-Vormittag garantiert 🙂

Mitbringen: Bequeme Kleidung. Matten sind vorhanden. Ggf. Unterlagen für Schreibprojekte, Laptop, Notizbuch, Füllfeder oder einfach nur die Freude zu schauen, was auf´s Papier will.

Übrigens: Yoga kann nicht nur kreatives Schreiben, sondern auch wissenschaftlichems Schreiben beflügeln. Mehr dazu in Andrea Kleins Blog „Was mich Yoga über wissenschaftliches Arbeiten lehrt

Autorin: Johanna Vedral

Advertisements

Frisch verliebt in mein neues Buch

NaNoWriMo Tag 3: Seit ich mich auf das neue Buchprojekt eingelassen habe, fühle ich mich wie frisch verliebt… und durch den NaNoWriMo darf ich jetzt jeden Tag mindestens eine Stunde mit meinem Buch verbringen, im glückseligen Schreib-flow… Aufregend! Yeah! Wenn ich aufwache, freue ich mich schon auf die Schreibzeit des Tages, auf meine 1000 Wörter. Heute war Schreibtreff, also schon um 12:00  2876 neue Wörter als Rohtext-Tagesausbeute für das neue Buch 🙂

Keep on writing, liebe Schreibwütige da draußen!

bild

Yeah!

Mein geheimes Schreibleben

Ich bin eine Vielschreiberin. Eine Zeitlang habe ich täglich gebloggt, parallel auf diesem Blog und unter Pseudonym auf anderen Plattformen. Immer wieder gibt es aber Zeiten, in denen mir das private Schreiben wichtiger ist. Mein privates Schreibleben ist wie der größte Teil eines Eisberges unter Wasser. Die veröffentlichten Texte – wie dieser Blogbeitrag ­ machen nur einen Bruchteil meines Schreibens aus.

Das geheime Schreiben im Tagebuch ist meine Kraftquelle und das für mich bedeutsamere Schreiben. Wichtiger als ein neuer Titel in meiner Publikationsliste. Im Tagebuch ist der unendlich weite Möglichkeits­Raum, in dem ich nur für mich schreibe. Hier schreibe ich einfach. Punkt. Ich stelle keine Texte her, die für LeserInnen aufbereitet sind. Ich schreibe einfach nur für mich, ohne Verwertungsgedanken. Mein Schreiben darf fließen, ohne Richtung, ohne eine Form annehmen zu müssen. Nichts muss sein, alles darf sein. Ich erlebe: Ich schreibe, also bin ich.

Und dann taucht aus diesem formlosen „stream of consciousness“ ein Blogbeitrag auf, ein Anfangssatz für einen Essay, Ideen für ein Seminar, ein „beat“ einer Szene für eine Short Story, ein Gedicht, ein Brief…

Verzeiht mir, wenn ich mir hier schon wieder verabschieden muss, ich schreib jetzt lieber mit der Füllfeder weiter…

Wie geht es JournalistInnen beim Schreiben?

Wie fühlen sich JournalistInnen beim Schreiben? Manchmal lustlos, müde, verwirrt, dann wieder neugierig oder entflammt… Die erfahrene Journalistin Birgit Schreiber nimmt ihre LeserInnen mit auf den Weg vom Anfang einer Idee bis zum fertigen Artikel für ein Fachmagazin. Ehrlich & inspirierend!

bremerschreibstudio

… the middle and the end“. Diesen Rat habe ich in einem meiner vielen Bücher übers Schreiben gelesen und er hilft mir gerade wieder, ein herausforderndes Schreibprojekt zu beenden. Am wahrscheinlichsten stammt er von Julia Cameron, Autorin des berühmten Buchs: „Der Weg des Künstlers“.

Ich habe den Rat angewendet auf meine Arbeit an Artikeln, Buchbeiträgen, Geschichten und Büchern, an denen ich schreibe und schrieb.

Ich nehme ihn mir besonders gern aus meinem Schatzkästchen der Weisheiten, wenn ich unzufrieden bin mit meinem Fortschritt an einem Text.

So wie neulich:
Der Anfang an einem Artikel war mühsam, die Lust gleich null:
Der Berg von von Recherche, Material ordnen, tragfähige These entwickeln, Einstieg schreiben, noch mehr Recherche, noch mehr Gespräche, eine Struktur entwickeln, schreiben, umstellen, noch einmal ein Interview, neuen Aspekt einarbeiten, Fazit ziehen, ein Ende schreiben, das im Gedächtnis bleibt. Dann die Nacharbeiten: Interviews autorisieren lassen, womöglich noch etwas ändern, kürzen. Puuuh…

Ursprünglichen Post anzeigen 295 weitere Wörter

Leselust & Schreiblust

Die Lust am Lesen und die Lust zu schreiben sind untrennbar miteinander verbunden. Viele Schreibende bekennen, immer schon lesesüchtig gewesen zu sein. Der österreichische Schriftsteller Gerhard Roth sagt, dass sich aus dieser Lesesucht seine Schreibsucht entwickelt hätte.

Andrea Gerk hat der heilsamen Leselust mit „Lesen als Medizin“ ein vergnügliches Buch gewidmet, das mich als Leserin tief berührt hat und somit gehalten hat, was der Titel verspricht. Das Buch liefert nicht nur für BibliotherapeutInnen interessanten Stoff, sondern für alle leidenschaftlichen Leseratten 🙂

„Ich erinnere mich an (…) Buchbegegnungen (…) (sie) stießen weitverzweigte Erinnerungsräume auf, die mir auf ganz andere Weise etwas über mein Leben erzählten als ein Tagebuch oder ein Fotoalbum“, schreibt Gerk und schon bin ich mitten in einem Bild von Hermann Hesse, dem magischen Theater im „Steppenwolf“, ein Gang mit unendlich vielen Türen…

Danke auch für diese Perle, Andrea Gerk :-):

„Eine der einfachsten Möglichkeiten, im Alltag systematisch Flow-Erlebnisse zu produzieren, ist Lesen.“

Gerk, A. (2015). Lesen als Medizin. Die wundersame Wirkung der Literatur. Berlin: Rogner & Bernhard.

Auf der Schreib-Insel

Schreibcoaching Johanna Vedral

In diesem Sommer habe ich neue Schreib-Inseln entdeckt. Eine davon war eine richtige Insel, die ostfriesische Insel Norderney, deren speziellen Charme ich auf dem Foto oben festgehalten habe 🙂
Aber es gab noch viel mehr Inseln der Schreib-Freude für mich: als Slow Travellerin, die lieber in den Zug als ins Flugzeug steigt, um durch Europa zu rollen, habe ich es genossen, Stunden um Stunden zu schreiben, mit dem ständigen Flow der Vorwärtsbewegung eines Zuges oder einer Fähre. Ich habe diesen Sommer aber nicht nur in Zügen geschrieben, sondern auch auf Bahnhöfen, Gartenbänken, Gästebetten, Erkern, Kaffeehaustischen, Museensesseln, Terrassen, in Bibliotheken und auf Parkbänken, in U-Bahnen und manchmal auch im Stehen, an ein Fensterbrett gelehnt…
Schreib-Inseln gibt es mehr, als du dir vorstellen kannst 🙂
Wieder zuhause, bin ich weiter im Schreib-Reise-Modus und freue mich darauf, neue Schreib-Orte zu entdecken. Ich habe ja das Glück, in Wien zu wohnen, wo ich jeden Tag Schreib-Insel-Hüpfen oder zu meinem Lieblings-Schreibbrunnen gehen kann.
Eine ganz besondere Schreib-Insel können alle neugierigen Schreib-Nasen am 18. & 19. September beim Open House im writers`studio in Wien besuchen. Zwei Tage lang Gratis-Schreib-Workshops mit einem interessanten Rahmenprogramm (Details demnächst hier!) haben in den letzten Jahren nicht nur WienerInnen, sondern auch Leute aus den Bundesländern angelockt. Wir freuen uns darauf, euch auf unsere Schreib-Insel einzuladen!

Text: Johanna Vedral
Bild: Norderney, Weststrand, 8.8.2015, 16:00, 21 Grad. Johanna Vedral

Schreiblust herbeizaubern

Collage Writing Johanna Vedral

Wenn ich doch nur einfach mit den Fingern schnippen müsste, um in Schreiblaune zu kommen. Wer wünscht sich das nicht, ein Zauberritual, das sofort in Schreibfluss versetzt? Uns ohne Widerstand in gute Schreibstimmung bringt und die zickige Muse becirct?

Doch, es gibt diesen Eingang in deinen Schreibraum, der zeitlich begrenzt durch rituelle Handlungen weiter gerahmt werden kann. Du kannst deine Muse konditionieren. Sie kann lernen, dass zum Beispiel Kaffeeduft gleich Schreiblust ist. Für Schiller war es der Duft eines schrumpligen Apfels. Viele schwören auf den Duft von Kaffee in ihrem Lieblingshäferl, andere tanzen 5 Minuten zu ihrem Lieblingssong.

Bei mir wirken 10 Minuten Freewriting als sanfter Einstieg ins Schreiben, ein Tagesplan mit Alternativen, aus denen ich aus einer Fülle aus kleinen (!) Aufgaben auswählen kann und eine Stoppuhr, die jede Aufgabe zeitlich begrenzt. Wenn das alles nicht hilft, spaziere ich zu meinem Zauberbrunnen und schon fließt mein Schreiben… Das ist mein Zauberritual, um die Muse herbei zu locken. Und was hilft bei dir?