Archiv der Kategorie: Diplomarbeit schreiben

Bist du eine Flow-SchreiberIn?

Viele Schreibende bevorzugen einzelne Schreibphasen und hadern mit anderen.

Der eine träumt gerne von den Texten, die er schreiben wird, fängt aber nie an. Wie schön, wie viele Möglichkeiten es in der Ideenfindungsphase gibt! Die andere strukturiert und plant gerne, tut sich aber schwer damit, im Freewriting einfach shitty first drafts zu produzieren. Andere wiederum schreiben drauflos und verlieren sich irgendwann in den unendlichen Rohtext-Mengen, die sie produziert haben.

Beim Rohtext-Schreiben bin ich eine ziemliche Draufgängerin. Ich schmeiße die Worte hin und vertraue darauf, dass da etwas davon brauchbar sein wird. Vielleicht die Hälfte davon, oder weniger, aber das macht nichts. Ich bin eine Flow-Schreiberin. Für mich ist es unglaublich wichtig, in allen Phasen des Schreibprozesses dieses Flow-Element zu erleben.

In der Überarbeitungs-Phase holt mich dann diese Flow-Orientierung ein. Das ist ja dann „Arbeit“ 🙂 Für mich ist es zur Zeit ein großes Abenteuer, den Flow im Überarbeiten zu finden – und wieder einmal festzustellen, dass Überarbeiten in eine Art Endspurt-Rausch führen kann… (wenn die Deadline realistisch gesetzt wurde)

Es braucht für jeden Schreib-Typ immer wieder Reflexion – in welcher Schreibphase bin ich gerade? Was kommt als Nächstes? Wo bleibe ich immer wieder stecken im Schreibprozess? Wie kann ich die Übergänge zwischen den einzelnen Phasen so gestalten, dass ich dabei weniger Angst/ Unlust empfinde? Kann ich jeder Schreibphase etwas abgewinnen? Ohne in den Widerstand zu gehen? Wenn nein, wo kann ich mir Unterstützung holen, damit ich auch die (bis jetzt) weniger beliebten Schreibphasen gut meistere?

Ich freue mich darauf, dich beim Schreiben zu begleiten!

Wenn du den Schreibprozess gerade mit einer wissenschaftlichen Abschlussarbeit erforscht, komm in die Gruppe frei geschrieben“, Semesterkurs Start: 4.November 2014, geblockter Kurs: 27./28. Februar, 1./3./4./6.7. März 2015

Wenn du das Handwerk des Schreibens lieber anhand der Textsorte Personal Essay lernen möchtest, komm in die Gruppe Writers` Tricks“, 2 Wochenenden 19./20. Dezember 2014 & 9./10.Jänner 2015

Autorin: Johanna Vedral
Bildquelle: Photographer: 44833 (pixabay)

5 Zeichen, dass du wirklich bereit bist, deine Masterthese (fertig) zu schreiben

143773075Bist du wirklich bereit, deine Diplomarbeit/ Masterthese (fertig) zu schreiben? Oder sagst du noch: Eigentlich sollte ich ja schon an meiner Masterthese schreiben, aber ich finde nicht die Zeit… Stopp! Das bringt dich nicht weiter. Nimm dir lieber ein paar Minuten Zeit, um deine Arbeitshaltung zu überprüfen und schau dir an, welche der 5 Zeichen bereits auf dich zutreffen!

1) Du setzt dir eine Deadline und kommunizierst diese auch deiner Umgebung. Du bist bereit zum commitment: JETZT!

2) Du nimmst eine aktive Haltung ein: Yes I can! Denn Schreiben ist ein Handwerk, das du lernen kannst & als AkademikerIn sowieso immer wieder als nützliches Skill einsetzen wirst (müssen).

3) Du nimmst dir regelmäßig Zeit fürs Schreiben. Statt den Kopf in den Sand zu stecken und ihn erst ein paar Tage vor der Abgabe panisch wieder herauszuziehen, schaust du dir in deinem Kalender an, wann & wo du dein Schreibprojekt am besten unterbringst. Du erstellst einen provisorischen Terminplan, den du im Verlauf deines Schreibprozesses zu einem realistischen Terminplan änderst. Aber du hast auf jeden Fall einen Plan! 🙂

4) Du schreibst täglich mindestens 10 Minuten. Denn wie bei jedem Handwerk ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Und während du drauf wartest, dass die Muse dich küsst, kannst du sie auch schon herbei becircen, indem du deine Schreibmuskeln mit Freewriting trainierst.

5) Du holst dir Unterstützung, ohne dich dafür zu schämen. Wie man eine gute wissenschaftliche Abschlussarbeit schreibt, lernt man meistens erst beim Schreiben dieser Arbeit. Und wenn du das im Alleingang bewältigen möchtest, machst du es dir unnötig schwer. Schreiben muss keine einsame Angelegenheit sein.

Statt allein vor dich hinzuwursteln, triffst du dich zum Schreiben und für Textfeedback mit anderen Studierenden, z.B. in einer Motivationsgruppe. Wenn dein Schreiben stockt, nimmst du Kontakt auf mit einem Schreibcoach. Statt dich am Schluss mit Zweifeln über die inhaltliche Qualität deiner Arbeit oder über die Rechtschreibung zu quälen, lässt du deine Masterthese durch ein professionelles Lektorat  laufen.

Auf dich treffen weniger als 5 Zeichen zu? Du möchtest aber endlich loslegen? Hol den Kopf raus aus dem Sand! Jetzt! Die nächste Schreib-Motivationsgruppe für Studierende startet am Dienstag, 4.November 2014 in Wien. An 7 Dienstag-Nachmittagen (jeweils 16:00 bis 19:30) lernst du das Schreibhandwerk von Freewriting über Forschungsfrage bis Friendly Feedback.

Ich freue mich darauf, dich bei deinem Schreibprozess zu unterstützen. Komm zum kostenlosen Infoabend: Di, 21. Oktober 2014, 18 Uhr

Johanna Vedral

Bildquelle: pixabay

Schreibmontag: Keine Ablenkungen, nur Schreiben. Endlich.

die-schreibende

9.00 Auf die urbane Schreibinsel flüchten

Beim Frühstücks-Buffet im writers`studio (Wien) treffe ich meine MitschreiberInnen. Wir schreiben uns warm mit Morgenseiten, besprechen mit der heutigen Schreib-Partnerin die Tagesziele und los geht´s. Keine Ablenkungen, nur Schreiben. Endlich. Auf einmal ist es Mittag! Wir gönnen uns nach einem kurzen Check in ein gemeinsames Mittagessen in einem Lokal im kulinarisch interessanten Servitenviertel, und nach ein paar Tai Chi-Übungen geht`s weiter mit Kaffee und Keksen, ich tauche mühelos in den Flow vom Vormittag ein…

16.30 Wenn ich nur aufhören könnte…

Nach einem intensiven Schreib-Tag muss ich die fünf Schreibenden sanft aber bestimmt vom Schreiben losreißen. Es scheint, als könnten die Schreibenden gar nicht mehr aufhören, an ihren Romanen, Masterthesen, Artikeln, Short Stories u.v.m. weiter zu arbeiten. Bis zur letzten Minute dieses One-Day Writers Retreats auf der urbanen Insel wird hier geschrieben, was das Zeug hält.

Ich habe mein Tagesvorhaben, die handschriftlichen Überarbeitungsnotizen in mein Manuskript bis Seite 156 einzuarbeiten, umgesetzt und beim Page Count zum Schluss festgestellt, dass auch 6 neue Seiten Text hinzugekommen sind. Ich bin sehr zufrieden mit mir. 🙂 🙂 🙂

Nach einem schriftlichen Check in & Page Count gibt es in der Schlussrunde nur stolze strahlende Gesichter und zufriedene Berichte, was heute geschrieben, überarbeitet und neu entwickelt wurde. Die gemeinsame Seiten-Zählung & tosender Applaus für jede geschriebene Seite versöhnen damit, dass der Schreibmontag im writers`studio für heute zu Ende geht.
Und es war ja nicht das letzte Mal –

die nächsten Schreibmontage sind 10. Nov. & 1. Dez. 2014, 12. Jan., 2. Feb., 2. März 2015, jeweils 9 bis 17 Uhr

Ich freue mich schon auf viele MitschreiberInnen, die beim nächsten Schreibmontag mit Judith Wolfsberger & mir die Magie des Nebeneinander-Schreibens genießen wollen!

Johanna Vedral

Bild: „Die Schreibende“, geklebte Papier-Collage von Johanna Vedral

Kreative Ordnung oder kreatives Chaos?

Den Schreibtisch aufzuräumen statt zu schreiben ist eine beliebte Methode, zu prokrastinieren. Gleichzeitig kann das Aufräumen des Schreibtisches aber auch ein wichtiger Bestandteil deiner Schreibroutine sein.

„Aber wenn ich damit beginne, den Schreibtisch aufzuräumen, kann schon eine Stunde vergehen“, wendest du vielleicht ein. Wenn du dein Bedürfnis nach einem Ritual als Werkzeug für einen guten Schreibstart gezielt einsetzt, wird das sicher nicht so lange dauern. 🙂

Viele Schreibende räumen ihren Schreibtisch auf, um ihren Arbeitsplatz – und damit ihre Konzentration auf ihr Schreibprojekt – „einzurichten“. Für meine Freundin V. gehört nach der Reinigung des Schreibtisches zu diesem Ritual dazu, frisches Wasser und immer wieder eine neue Schnittblume in ihre schmale Kristallvase einzufüllen. Für mich ist das magische Zaubermittel, mit dem ich den Schreibtisch zu einem besonderen Ort mache, an dem das Schreiben fließen darf, ein fast leer geräumter Tisch, quasi eine „tabula rasa“. Nur der Laptop, die Schreibtischlampe und ein Gefäß für Stifte, Scheren & Co dürfen am Tisch bleiben.

Wenn ich mein Büro aufbaue, dauert das ein paar Minuten, um Notizzettel, Handy, Kalender, Bücher, to-do-Listen, Textausdrucke auf den Schreibtisch zu befördern. Wenn mein Büro schließt, kommen die Büro-Utensilien ins Büro-Regal neben dem Schreibtisch. Setze ich mich an meine privaten Schreibprojekte, wird auch dafür der Schreibtisch rituell vorbereitet.

„Aber ich brauche das kreative Chaos“, sagt mein Freund P. Für ihn mag das ja passen, dass sich Bücherstapel und Zettelhaufen und Pizzaschachteln und Rechnungen am Schreibtisch stapeln. Ich brauche Ordnung, um mit „aufgeräumtem Geist“ gut konzentriert arbeiten zu können. Wenn ich meinem Bedürfnis nach Ordnung am Schreibtisch nicht in Form eines Rituals nachgehe, fange ich an, mitten im Schreiben aufzuräumen und lande bei hundert anderen prokrastinierenden Verhaltensweisen. 😦

Wie ist das bei dir? Brauchst du die kreative Struktur/ Ordnung oder das kreative Chaos auf deinem Schreibtisch? Welche magischen Schreibgegenstände oder Rituale pflegst du, um in den Schreibfluss zu kommen?

Du bist hoch motiviert, deine Bachelorarbeit/Masterthese/Diplomarbeit fertig zu schreiben?

Du willst am liebsten gleich jetzt zu Semesterbeginn loslegen? Du hast aber 1000 Fragen, Unklarheiten und Unsicherheiten, die dich einbremsen?

– Ist mein Stil „wissenschaftlich“ genug?
– Wie zitiere ich richtig?
– Wie komme ich zum berüchtigten „roten Faden“ in meiner Arbeit?
– Muss ich neue Erkenntnisse in meiner Arbeit generieren?
– Was bitteschön sind Methoden?
– Wie formuliere ich eine Forschungsfrage?
– Wie viele Bücher muss ich lesen?

u.v.m.

Komm in „frei geschrieben“! In zwei intensiven Wochenenden (11.-14.Sept. & 27./28.Sept.) gehst du gemeinsam mit anderen „LeidensgenossInnen“ im Motivationsteam deine wissenschaftliche Abschlussarbeit an: gelassen & mutig & mit dem notwendigen Know how ausgerüstet – und sogar mit Spaß!

Mag. Eva Karel & Mag. Johanna Vedral freuen sich darauf, dich auf deinem Weg zum erfolgreichen Studienabschluss zu begleiten! Jump in! http://freigeschrieben.at/freigeschrieben.php

Und noch eine gute Nachricht zum Schluss: Lebst du in Wien und bist neben dem Studium berufstätig? Hol dir 200.- bis 300.- Förderung für den Kurs! Voraussetzungen

Frei Geschrieben

Jetzt MOOCen gegen chronisches Aufschieben – ein gratis Online-Kurs!

Wer von uns kennt das nicht? Tätigkeiten wie das (für viele Menschen unangenehme) Verfassen einer schriftlichen Arbeit schieben wir erst einmal auf. Anstatt die Aufgabe sofort zu erledigen, beschäftigen wir uns mit vermeintlich vordringlicheren Dingen wie Internetsurfen oder Putzen – oder mit dem Lesen von Artikeln über Prokrastination 🙂

Schieb doch für weitere 80 Sekunden deine Arbeit vor dir her, indem du dir dieses Animationsvideo über Prokrastination anschaust. Hilft garantiert gegen tierisch ernste Prokrastinations-Zwangsgedanken:-)

Eliane Dominok, eine Pädagogin, die am Lehrstuhl für Angewandte Psychologie des KIT in Karlsruhe zum Thema Prokrastination promoviert, bietet einen kostenlosen Online-Kurs gegen chronisches Aufschieben an. In diesem MOOC (Massive Open Online Course) unterstützt ein praktisches Training gegen Aufschieberitis dabei, über das eigene Verhalten nachzudenken und es positiv zu verändern. Der videobasierte Kurs vermittelt theoretisches Grundlagenwissen zum Phänomen Prokrastination, einen Test, um herauszufinden, welcher Prokrastinationstyp du bist und natürlich Strategien, um Ziele im Auge zu behalten, realistisch zu planen, pünktlich zu beginnen, den Arbeitsplatz ablenkungsarm zu gestalten und sich selbst zu motivieren.

Achtung: Dieser MOOC  weder einen Live-Schreibkurs noch (falls notwendig) therapeutische Hilfe ersetzen! Solltest du also weitergehende Hilfe brauchen – sei es wegen deines Aufschiebeverhaltens oder aufgrund anderer belastender Umstände – wende dich bitte direkt an das Team des writers`studio. 

Wir helfen dir gerne weiter! Entweder mit Einzelcoaching oder im nächsten Intensiv-Live-Kurs „frei geschrieben“ für Studierende (Start 11.Sept. in Wien)! Solltest du nicht so leicht nach Wien kommen können, empfehlen wir dir gerne andere KollegInnen in Österreich, Deutschland oder der Schweiz, die wie wir Schreibende prozessorientiert unterstützen.

Author Profile: Mag. Johanna Vedral begleitet Studierende beim Schreiben ihrer Abschlussarbeiten (Masterthese, Diplomarbeit, usw.) mit Schreibseminaren, Lektorat, Developmental Editing und konstruktivem Textfeedback. Sie gibt Einzelcoachings und Workshops, hält Vorträge und schreibt Bücher. Hier geht es zum Beratungsangebot.
Kontakt: johanna.vedral (at) schreibstudio.at   www.schreibstudio.at

 

Morgen, morgen, nur nicht heute… Welcher Prokrastinations-Typ bist du?

Prokrastination – was ist das? Die Prokrastination wird umgangssprachlich Aufschieberitis genannt: sprichwörtlich „schieben wir etwas auf die lange Bank“. Das heißt, es handelt sich um einen bewussten aktiven Akt des Verschiebens. Besonders häufig wird Prokrastination im Zusammenhang mit Schreibaufgaben thematisiert. Viele Studierende, die Unterstützung beim Schreiben ihrer wissenschaftlichen Abschlussarbeiten suchen, nennen Prokrastination als ihr Hauptproblem. Prokrastination kann zu langwierigen Schreibstörungen führen. (Tipps & Strategien für den Umgang mit Schreibblockaden findest du hier: Blogparade gegen Schreibblockade)

Bernd Klein sammelt in seinem Artikel mit einem humorvollen Augenzwinkern Definitionen der Prokrastination, eine Formel zur Berechnung des Prokrastinationsmaßes, Persönlichkeitsbilder von Prokrastinatoren, Ursachen, Folgen und  Behandlungsmöglichkeiten. Darüber hinaus betreibt er ein Forum zur Diskussion von Problemen im Zusammenhang mit Prokrastination und Aufschiebeverhalten.

Welcher Typ von Prokrastinator bist du? Im „Field Guide to Procrastinors“ der Grafikerin Nathalie (20px.com) findest du eine humorvolle Typisierung. Nathalie sagt zum Prozess der Entstehung dieser amüsanten Grafik: „Procrastination is the prelude to productivity! There are many types of procrastinators that are out there and here are just some. I know for sure I am all of these. Actually, I’ve been meaning to draw this for months now. When I finally decided to draw it, I found it funny that I was procrastinating on drawing about procrastination.“

Ich erkenne mich wieder im „Cleaner“, im „Internet Researcher“ und im „List Maker“. Und du? 🙂

Interessanterweise helfen mir dann aber wieder auch Überblicks-Listen mit Teilaufgaben meiner parallel laufenden Projekte, wieder in Schwung zu kommen. Statt mich für eines meiner fünf Schreibprojekte entscheiden zu müssen, kann ich z.B. aus der Liste je eine 15-minütige Aufgabe für Projekt 1 und Projekt 2 und eine 1stündige Aufgabe für Projekt 4 abarbeiten. 🙂

Und wie überlistest du deinen „Prokrastinator-Schweinehund“?

Johanna Vedral