Archiv für den Monat Oktober 2016

My personal NaNoWriMo

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November, der NaNoWriMo – Monat ,in dem weltweit geschrieben wird, was das Zeug hält,steht vor der Tür! Last Minute habe ich heute meine Gliederungs-Ideen fürs neue Buch in vorläufige Kapitel-Überschriften verwandelt… und somit kann mein Schreibmarathon  morgen beginnen! Juhu!

Was heißt NaNoWriMo für mich? Was ist mein ganz persönlicher NaNoWriMo?

Ich nehme mir vor, im November täglich mindestens 1000 Wörter lange shitty first drafts für mein neues Buch zu schreiben. Das sind etwa 2 Seiten Text (1 1/2 zeilig).Das Ziel: 30.000 Wörter unzensiertes Material, ein Rohtext, ganz im wildmind-set verfasst, mit dem ich weiter arbeiten kann. Überarbeiten kommt später.

Und du?

P.S.: Community deepens the experience.  Im writers`studio z.B. begleitet Michaela Muschitz eine Gruppe schreibfreudiger NaNos durch den November! 2 Plätze gibts noch! Los gehts!

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Und was liest du heute?

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Wo steckt die österreichische Leseratte am Nationalfeiertag ihre Nase rein? In einen österreichischen Krimi?

Ich genieße gerade das bitterböse Buch einer österreichischen Schriftstellerin. Margit Schreiner ergötzt mich in „Haus, Friedens, Bruch“ mit Gedanken zum Krimi-Hype in der Literatur wie: „Was dem Engländer möglicherweise im Kolonialblut liegt, muss dem Deutschen noch immer nicht aus der Blockwartmentalität herausspringen. Naturgemäß läge da dem Österreicher der Krimi am ehesten. Allein schon wegen seiner blutigen Vergangenheit. Mord und Totschlag sind ihm vertraut. Auch die Verdrängung derselben.“ (Schreiner, 2007, S.34)

Gestern habe ich mich darüber gefreut, wieder mal was von Marlene Streeruwitz zu lesen. Die österreichische Autorin stellt nicht nur ihren “ Wahlkampfroman 2016
online. sondern auch Artikel zu feministischen Themen wie „Frau sein in Österreich. Schön. Fleißig. Gehorsam. Gut„. Und die neue EMMA war auch im Postkastl – was für ein cooles Cover! 🙂

Und was liest du heute?

Johanna Vedral wünscht viel Vergnügen beim Lesen 

Und was hat das mit mir zu tun?

…fragt Sacha Batthyany in seinem spannenden Memoir, in dem er sich auf die Spurensuche nach der Schuld seiner Großeltern begibt. Er fragt wieder und wieder, wie die Erlebnisse seiner Familienmitglieder im zweiten Weltkrieg in sein Leben hineinreichen und kommt dabei nicht nur zu einem tieferen Verständnis seiner Eltern und Großeltern, sondern versteht im Laufe seiner Suche mehr und mehr auch, wie ihn die Geschichte seiner Vorfahren prägt.
Er reiht sich damit in einen wichtigen aktuellen Diskurs ein. Wie traumatische Erfahrungen nicht nur die Betroffenen, sondern auch ihre Kinder und Kindeskinder beeinflussen, das bringen seit ein paar Jahren Publikationen wie „Kriegserbe in der Seele“ ins Bewusstsein der EuropäerInnen. Noch mehr als 70 Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkrieges sitzt uns diese kollektive Verwüstung in der Seele.

Sacha Batthyanys Frage „Und was hat das mit mir zu tun?“ lässt mich nicht mehr los. In der Memoir-Gruppe schreiben einige über die Leben ihrer Eltern und Großeltern. Wir fragen uns in unseren Texten und diskutieren nach der Lektüre von Batthyanys Memoir:

Was hat das mit mir zu tun, wenn die Großmutter von russischen Soldaten vergewaltigt wurde? Was hat das mit mir zu tun, wenn der Großvater jahrelang in einem sibirischen Gefangenenlager Dreck fressen musste, wenn er als Soldat täglich mordete oder als Wärter im KZ war? Was hat das mit mir zu tun, wenn die Großmutter mit hungrigen Kleinkindern tagelang in kalten Luftschutzkellern sitzen musste? Was hat das mit mir zu tun, wenn der Großvater sich wie Eli Wiesel nach der Heimkehr aus dem Lager sich wie ein Toter fühlte, der sich im Traum für einen Lebenden hielt? Oder wenn nach Kriegsende für die Großeltern nicht die Euphorie ausbrach, sondern wie Hans Fallada in seinem 1946 verfassten autobiographischen Roman „Der Alpdruck“ beschreibt, ein Versinken in Depression und Morphinismus?

Immer mehr Menschen begeben sich in Memoir-Gruppen auf die Suche nach den Spuren ihrer Großeltern und Eltern und entdecken dabei sich selbst neu.

Zum Weiterlesen:

Batthyany, Sacha: Und was hat das mit mir zu tun? Ein Verbrechen im März 1945. Die Geschichte meiner Familie. Kiepenheuer & Witsch, 2016

Fallada, Hans: Der Alpdruck. Aufbau-Verlag, Berlin, 1946, 2015

Baer, Udo & Frick-Baer, Gabriele: Kriegserbe in der Seele. Was Kindern und Enkeln der Kriegsgeneration wirklich hilft. Beltz, 2015

Wiesel, Eli: Die Nacht zu begraben, Elischa. 1958, 2016

Release – welches Projekt ist das nächste?

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Wie gehts weiter?

Vor einer Woche habe ich das Collage-Buch losgeschickt in die erste Verlags-Runde. Bislang sind eine aussagekräftige Absage und zwei Bekundungen von Interesse, das Manuskript zu prüfen, hereingekommen. Nicht schlecht! 🙂 Ich fühle mich beschwingt und überdreht und erleichtert – ein Projekt weniger zu schupfen…

Aber: Wie gehts weiter? In den letzten Tagen höre ich einen wahren Ansturm an inneren Stimmen – da schreien gleich mehrere Buchprojekte durcheinander, die als nächstes drankommen wollen:

  • Da wäre ein bereits 160 Seiten starkes Memoir in der späten Überarbeitungsphase. Auf Überarbeiten habe ich aber nach dem intensiven vielschichtigen Überarbeitungsprozess der letzten Monate so gar keine Lust. Ich will drauflos schreiben!… Dieses Projekt kann ich am schnellsten besänftigen, indem ich ein Verlags-Expose schreibe…
  • Denn: da drängt ein weiteres Memoir, das schon seit August ungeduldig in den Startlöchern scharrt und keinen weiteren Aufschub duldet: Schreib mich jetzt! Ok, der NaNoWriMo steht ja vor der Tür 🙂 Also, nichts wie ran ans Rohtextschreiben!
  • und dann gibt es ein paar kleinere Projekte wie Artikel, Short Stories und Booklets…  die müssen jetzt aber warten… bis ich mal Lust auf was Kleines hab 🙂

Juhu! Morgen ist wieder Schreibtreff mit anderen Schreibwütigen – gleich drei Stunden Schreib-Zeit am Stück für das drängelnde Buch 🙂

Warum sollten wir von Bildern inspiriert schreiben?

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Das Schwierigste und Lohnendste am bilderinspirierten Schreiben ist, das  Alltagsbewusstsein in den Hintergrund treten zu lassen und so weg vom rationalen linkshemisphärischen Denken zu kommen. Stattdessen kannst du in ein luzides Bewusstsein einzutauchen, ganz nah am nicht-linearen Denken und Wahrnehmen, wie im Traum, aber sich gleichzeitig dieses Traumzustandes bewusst.

Es geht bei dieser Art zu schreiben darum, etwas Neues zu entdecken, dich überraschen zu lassen, nicht nur über das zu schreiben, was dein bewusster Geist schon weiß. So kannst du Kontakt aufnehmen zum Wild Mind, zum „wild artist who wants to speak to you in images“ (P.B.Allen).

Um ins bilderinspirierte Schreiben einzutauchen, brauchst du fürs erste nur ein Bild als Sprungbrett. Blättere in einer Illustrierten und lass dich von einem Bild auswählen. Dann nimm dir 10 MInuten Zeit für ein Freewriting: Beschreibe, was du auf dem Bild siehst, ohne es zu deuten. Und dann lass dich davontragen, lass das Bild erzählen, lass dich darauf ein, dass ein inneres Bild aufsteigt, und dann schreibst du zu diesem Bild und dann zum nächsten Bild, das vor deinem inneren Auge auftaucht…

Lass dich überraschen! Lass zu, dass du im Spiegel deiner Bilder neue Gesichter von dir entdeckst.

In meinem Seminar Collage Dream Writing gehen wir weiter, wir sammeln mehr Bilder, setzen diese zu Collagen zusammen und erforschen diese Geschichten aus unserem Inneren mit unterschiedlichen Schreibtechniken. Es gibt noch 2 freie Plätze beim nächsten Workshop 29.Okt. bis 1.Nov.!