Archiv für den Monat Februar 2015

Ein Bild ist ein Tor in eine Geschichte

Collage Writing writers`studio
Bilderflut

Noch nie zuvor in der Geschichte sind im Alltag so viele Bilder auf uns eingeströmt wie heute. Wir werden von Bildern nahezu überflutet – Bilder der Werbung, Fernsehbilder, Bilder im Internet, Kunstwerke in Galerien und Museen, Illustriertenbilder… Diese um uns werbenden Bilder springen uns regelrecht an, sie wetteifern um unsere Aufmerksamkeit…

Von einem Bild ausgehend schreiben

Eine Möglichkeit, auf diese Bilder zu reagieren, ist von einem Bild ausgehend zu schreiben… und so ein Bild als Sprungbrett ins Schreiben zu verwenden.

Wir können dieses bilderinspirierte Schreiben nutzen, um unserer eigenen Psyche näher zu kommen. Wir können unsere inneren Bilder durch den Spiegel des äußeren Bildes betrachten. Oder wir nutzen die schreibende Achtsamkeit auf ein Bild, um unseren kreativen Prozess anzuregen – sei es, weil wir frischer & bildhafter eine Romanfigur oder einen Plot entwickeln wollen. Oder aber, um wieder neue Schreiblust in unser  wissenschaftliches oder berufliches Schreibprojekt hinein zu bringen.

Freewriting: mit allen Sinnen

Ein Bild ist ein Tor in eine Geschichte.
Zeigt das Bild die erste Szene in deiner Geschichte? Oder die Schlussszene? Verrät es etwas über deine Hauptfigur? Oder…?

Beginne damit, zu beschreiben, was du auf dem Bild siehst, mit allen Sinnen wahrnimmst. Gönn dir das Vergnügen, ganz in die Wahrnehmung dieses Bildes einzutauchen und beschreibe es 10 Minuten lang als Freewriting: Ich sehe… Ich höre… Ich rieche… Ich schmecke…Ich fühle…
Go for it! 10 minutes!

Autorin: Johanna Vedral
Lust auf bilderinspiriertes Schreiben, ausgehend von selbst gestalteten Collagen?
Komm zum Workshop Collage Writing, 26. & 27. Juni 2015 in Wien

Bildquelle: Roy Leo

Künstlertreff mit Betten: Sleepless im 21er Haus

Künstlertreff schreibstudio.at

Jeder, der Julia Camerons Klassiker „Der Weg des Künstlers“ gelesen hat, kennt neben ihren für jeden kreativen Menschen lebensnotwendigen Morgenseiten auch das Konzept des Künstlertreffs:

Der Künstlertreff ist ein bestimmter Zeitraum, und sei es auch nur eine Stunde, in dem das kreative Bewusstsein und die Kreativität genährt werden. „Ihr Künstler muss ausgeführt und verwöhnt werden“, ist Julia Camerons Ansatz. So ein Künstlertreff muss kein teures Vergnügen sein: es kann ein Spaziergang sein, bei dem man die Natur oder einen Sonnenuntergang beobachtet. Oder man setzt sich in ein Straßencafe, eine Bahnhofshalle, ein Museum, eine Bank in einem der vielen Parks in Wien und beobachtet die vorbeiziehenden Leute und denkt sich Geschichten zu ihnen aus…

Ich habe meiner inneren Schreiberin, dem Künstler-Kind in mir eine Jahreskarte fürs Belvedere geschenkt, als es zu kalt wurde, im Freien zu schreiben So kann ich jederzeit, wenn es mich freut, zusätzlich zu einem Spaziergang durch meinen Lieblingspark in eine Ausstellung gehen, und wenn es mich freut, auch jede Woche dasselbe Bild besuchen gehen, ohne dass es teuer wird. Im Schloss Belvedere wie auch im 21er Haus gibt es so manche inspirierende Sitzgelegenheit… Gestern habe ich meiner inneren Schreiberin eine Stunde im 21er Haus, dem Museum für zeitgenössische Kunst in Wien vergönnt.

Die Ausstellung „Sleepless“ zeigt das Sujet des Bettes in unterschiedlichsten, die Fantasie anregenden thematischen Kontexten – das Bett als Ort der Geburt, der Sexualität, der Einsamkeit, des Rückzugs, der Gewalt, der Krankheit, des Todes… und vieles mehr. Nahezu jedes Bild, jede Installation dieser Ausstellung könnte Ausgangspunkt oder eine Szene mittendrin in einer Geschichte sein.

Besonders beeindruckend waren für mich eine RIESIGE Collage von Vik Muniz, „Summer in the city, after Edward Hopper“ sowie die sehr berührende Installation „To meet my past“ von Tracey Emin, in der sie die Verzweiflung und Sprachlosigkeit von Missbrauch in wunderschönen Patchwork- und Stickerei-Arbeiten sichtbar und lesbar macht

Ich freu mich schon auf den nächsten Schreibtreff im Museum – mit mir selbst oder mit anderen Schreibenden…

Wann war dein letzter Künstlertreff? Und wohin hat es dich verschlagen?

Bildquelle: Tracey Emin: To meet my past, http://www.saatchigallery.com/artists/artpages/tracey_emin_meet_my_past.htm

Hurra, mein erstes Memoir ist fertig!

Memoir schreiben

Hurra, mein erstes Memoir ist fertig! Nach einer weiteren Reifungs-Phase konnte ich mich nun an die vorerst letzten Überarbeitungsgänge machen. Nun geht das 220seitige Manuskript an meine Testleserinnen. Expose und Leseprobe starten die Verlagsrunde.

In diesem Buch verarbeite ich die äußerst schwierige Beziehung zu meiner Mutter und wie ich es geschafft habe, mich aus der Gewalt im Elternhaus zu befreien. Begonnen habe ich damit im Herbst 2012 im Rahmen einer Memoir-Schreibgruppe bei Ana Znidar. In der „Memoir in progress“-Gruppe bei Judith Wolfsberger ist das Buch dann mit viel Feedback weiter gewachsen.

Wie es sich für ein gutes Memoir gehört, durfte es zwischendurch immer wieder für ein paar Monate ruhen und reifen. Anders hätte ich über diese aufwühlenden schmerzhaften Erinnerungen auch nicht schreiben können. Die Reifephasen dazwischen waren notwendig, um das Material so für LeserInnen aufzubereiten, dass sie von der Geschichte nicht traumatisiert werden, sondern neben der „heftigen“ Story auch genug Anregung zur Reflexion ihrer eigenen schwierigen KIndheitssituationen bekommen.

Ich bin schon sehr gespannt auf das Feedback meiner Testleserinnen! Ich freue mich auf den Release dieses Buches, weil da schon einige neue Projekte nachdrängen, die fertig geschrieben werden wollen. 🙂

Johanna Vedral

Mit Schreiben Geld verdienen: der Lohn einer Bloggerin

Mit Schreiben Geld verdienen, vom Bloggen leben können… das interessiert viele, die in die Welt des Bloggens eintauchen. Dass Bloggen Geld bringen kann aber auch ganz andere non-pekuniäre Belohnungen, beschreibt Brigit Schreiber, eine leidenschaftliche Bloggerin hier…

bremerschreibstudio

Gestern las ich in der Süddeutschen Zeitung über Blogger wie mich. Man hatte sie gefragt, ob sie von ihrem Blog leben könnten.

Alexander Olma kann: Er verdient mit dem Bloggen übers iphone 3.000 Euro im Monat. Nina Massek mit ihrem Blog Frau-mutter.de immerhin bis zu 10.500 Euro im Jahr!

Vielleicht sind diese Blogger doch nicht wie ich.

Natürlich könnte ich mit 3.000 Euro im Monat etwas anfangen. Sicher bin ich dafür, dass gute publizistische Arbeit honoriert werden muss. Und wenn ich für meinen Lebensunterhalt bloggen dürfte, wäre ich wahrscheinlich nicht gerade unglücklich.

Sponsored Posts – Beiträge im Blog, für die Kunden bezahlen – sind eine Möglichkeit, mit Bloggen Geld zu verdienen. Affiliated Links – eine Provision für verlinkte Produkte eine andere. Bannerwerbung eine dritte.

Oder man lässt sich werbewirksam von Tiffany’s vermarkten – wie Ari Seth Cohen mit „Advanced style„, ein Blog in dem Ari seine Fotos von…

Ursprünglichen Post anzeigen 220 weitere Wörter

Wissenschaft in Worte fassen – ein Radiobericht

Heut hab ich mehr Lampenfieber als vor dem Vortrag im WU-Hörsaal. Denn von 14:40 – 14:55 wird auf Ö1 in „Moment Leben heute“ Andrea Hauers Bericht von der Schreibnacht in der WU (4.2.15) ausgestrahlt. Im Rahmen dieser Schreibnacht habe ich gemeinsam mit Michaela Muschitz die Studierenden mit Vortrag & Coaching unterstützt…

Ich freu mich über Feedback…
Wer heute keine Zeit hat, Radio zu hören: Bis 15.2. kann die Sendung auf der Ö1-Seite nach-gehört werden.
http://oe1.orf.at/programm/396599

Johanna Vedral

Collage Writing

Collage Schreiben Workshop Collage Writing

Nach zwei Tagen Eintauchen in die Bilder-Traum-Welt der Collagen und in die Traum-Sprache von Märchen, Gedichten und Dialogen mit inneren Personen und Totemtieren… wünschten sich die Teilnehmerinnen des Seminars Collage Writing mehr davon. Ein schöneres Feedback gibt es für mich nicht 🙂

Ich freue mich sehr, dass ich euch mit der Collage-Leidenschaft anstecken und einige Methoden, mit diesem genialen Ausdrucksmittel weiterzuarbeiten, zeigen durfte.Danke für die starken Bilder, die ihr in dieser Gruppe geteilt habt!

Bis zum nächsten Mal! Z.B. am 26. & 27. Juni 2015 in Wien 🙂

Johanna Vedral