Archiv für den Monat Januar 2015

Reif für die Insel? Komm zum One Day Yoga Writing Retreat!

One Day Yoga Writing Retreat

Fühlst du dich gestresst und beansprucht? Sehnst du dich schon nach der Insel? Möchtest du wieder die Spur zu dir selbst aufnehmen?

Gönn dir einen Wohlfühltag! Lass die Routine hinter dir und fahre raus aus der Stadt, ohne eine große Reise machen zu müssen.
Beim One Day Yoga Writing Retreat geht es nur um dein Wohlbefinden:

  • Wir praktizieren gemeinsam sanfte Yoga-Flows zur Stärkung und Tiefenentspannung, um Raum im Körper und im Geist zu erfahren.
  • Wir schreiben, um uns selbst, unseren Wünschen und Sehnsüchten nahe zu kommen und im Flow (wieder) zu erleben, wo die Freude in unserem Leben fließt.

Gemeinsam mit der Yogalehrerin Amalia Kernjak habe ich einen Wohlfühltag, ein One Day Yoga Writing Retreat in Klosterneuburg, ganz nah bei Wien und doch außerhalb der Stadt, konzipiert. Wir freuen uns darauf, gemeinsam in den Fluss, zu uns, zur Freude zu kommen.

Der erste Termin ist zu Frühlingsbeginn: Samstag, 21. März 2015 von 10 – 18 Uhr

Mehr Infos hier: https://schreibstudioblog.files.wordpress.com/2013/11/one-day-yoga-writing-retreat-in-klosterneuburg.pdf

Collage & Text: Johanna Vedral

Die Magie der Morgenseiten

Wenn du dein Schreiben verbessern oder dich auf ein Leben als Schreibende einlassen möchtest: Schreibe täglich! Am besten beginnst du diese Gewohnheit mit den Morgenseiten. Die Autorin Julia Cameron („The Artist’s Way“ , auf Deutsch „Der Weg des Künstlers“) nennt diese drei Seiten am Morgen, bei denen es um nichts anderes geht, als sich frei zu schreiben von dem Geplapper und Gezeter im Kopf, auch „unrühmliche Gehirnentleerung“. Sie sagt, erst durch die Morgenseiten werde es möglich, den ganzen Müll wegzuschreiben, der einen am Kreativsein hindere. Und das funktioniere am besten in der Früh, noch vor allen anderen Tätigkeiten.

In meinen Seminaren höre ich oft, dass diese Morgenseiten wegen der Kinder oder anderer Umstände nicht so leicht umgesetzt werden könnten. Es ist auch nicht jedermanns Sache, 20 oder 30 Minuten früher aufzustehen, um Morgenseiten zu schreiben.

Da es für die Schreibpraxis aber wichtig ist, regelmäßige Schreibzeiten im Alltag zu etablieren, und seien es am Anfang auch nur 10 Minuten, müssen diese Schreibminuten nicht in der Früh stattfinden, es darf auch später sein. Schreibdenken kann jederzeit im Tagesablauf stattfinden und kann auch helfen, von Gedankenballast zu befreien. Gerade in der Früh ist das Freewriting aber ganz besonders wirksam:

Morgenseiten entfalten eine ganz eigene Wirkung, so wie es z.B. die leidenschaftliche Schreiberin & Psychologin Daniela Reiter beschreibt:

„Auch an meinen Bürotagen beginne ich nach Möglichkeit gewissermaßen mit Pause: Ich schreibe meine Morgenseiten. Üblicherweise drei Seiten (…), für die ich rund 40 Minuten brauche. Das ist also ziemlich viel Zeit(…). Aber eine Zeit, die sich lohnt. Ich komme zur Ruhe, statt dass ich mich kopf- und planlos in die Arbeit stürze. Spare mir damit Umwege, Fehler, Nerven und eben auch Zeit.“ (Weiterlesen in Danielas Blog: http://diereiter.blogspot.co.at/2015/01/auf-gehts-los-gehts.html)

Was ist Collage Writing?

collage writingJudith Wolfsberger vom writers´studio hat mich zu meinem Collage-Writing Seminar und dem gleichnamigen Buch, an dem ich schreibe, interviewt:

Liebe Schreiber_innen,
„I am the one who…“ wäre ein Satzanfang zu einer selbstgebastelten Collage-Karte, wie sie in Johanna Vedrals „Collage Writing“-Seminar (30./31.Jänner) angefertigt werden. Da werden innere Personen sichtbar, mit denen schreibend in Dialog getreten werden kann. Schreiben und „Bildern“ öffnet Türen ins Unbewusste, Visionäre…

Die writers´studio-Trainerin, Psychologin & Kunsttherapeutin Johanna Vedral hat immer schon sehr viel Tagebuch geschrieben und beschäftigt sich seit mehr als 15 Jahren mit Collagen und Träumen. Dabei geht es eher darum, mit Träumen und Collagen schreibend zu kommunizieren anstatt sie zu deuten. Also Dreamplay statt Dreamwork. Was ist, fragte ich sie, „Soul Collage“? Und „Lucid Writing“? Hier ein Interview mit Johanna Vedral:

Liebe Johanna, was ist eigentlich „Collage Writing“? Was tut frau da? (…den ganzen Brief im Blog lesen)

Zum Schluss noch die Frage: Für wen eignet sich „Collage Writing“ am besten?
JV: „Collage Writing ist für alle Menschen, die Collagen lieben oder sie als Sprungbretter ins Schreiben entdecken wollen, für Schreibende, die Collage zur Vertiefung ihres Schreibprozesses einsetzen wollen, sei es zur Entfaltung ihres künstlerischen Potenzials oder zur Selbsterforschung. Auch für KünstlerInnen, TherapeutInnen, SchreibtrainerInnen, die das Medium Collage einsetzen wollen.“

Danke, Johanna, auch für deine Collagen, die wir hier zeigen dürfen. Ich freu mich sehr, dass wir so ein cooles Seminar im Programm haben, mach sicher auch mal mit.

Ich wünsch Euch nun noch allen immer heller werdende Schreibtage!
Eure Judith Wolfsberger

Alles, was wir schreiben wollen, ist schon in uns

„Alles, was wir schreiben wollen, ist schon in uns“, sagt Gundi Haigner, wenn sie in ihren Schreibworkshops für Jugendliche die Methode des Freewriting vorstellt und die Jugendlichen animiert, dem Schreibprozess zu vertrauen.

Als Schreibende brauchst du nur dein Tagebuch und einen Stift, um das Tor zum inneren Raum zu öffnen. Beim täglichen Schreiben entdeckst du deinen inneren Raum, baust ihn täglich weiter aus, erfüllst deinen potencial space mit Bildern, Inhalten, Bedeutung und Sinn.

Es ist ein Raum, der nur dir gehört, ein sicherer Raum, in dem du wachsen und dich entfalten, Altes ordnen und Neues ausprobieren kannst… dein Raum, in dem deine ganz persönliche Stimme, deine voice sich entfalten darf…

Finde täglich zehn Minuten Zeit für dein Schreiben – in der Früh Morgenseiten, in der U-Bahn auf dem Weg zur Arbeit, in der Mittagspause, zehn Minuten, bevor du deine to do-Listen angehst, beim Warten auf den Bus… schreibe zehn Minuten Freewriting, wild, unzensuriert, frei und nur für dich – und freu dich aufs nächste Mal!

Mit 40 wird`s erst richtig spannend. Ein „This I believe“-Essay

„So viele Erkenntnisse wie du möchte ich auch gerne haben“, bemerkte mein damals 40jähriger Ehemann Nr. 2, wenn ich als 30jährige mal wieder fast platzte vor Erkenntnislust. Jeden Tag entdeckte ich etwas Neues und erzählte das natürlich allen, übersprudelnd, voller Begeisterung! 40, dieses seltsame Alter schien mir damals unendlich weit entfernt. Dass das ein spannendes Alter sein könnte, das kam in meinem Denken nicht vor. Heute weiß ich es besser…

Ich glaube, dass die zweite Lebenshälfte ein unglaublich spannender Lebensabschnitt ist, der bei weitem nicht so vorgezeichnet ist wie die erste Lebenshälfte. Denn unsere Gesellschaft hat bis jetzt kein passendes Alternsbild, keine Vision eines gelungenen Alterns entworfen. Dabei gibt es faszinierende Vorbilder für gelungenes Altern, wie z.B. folgende Menschen, die auch in ihren 80ern oder 90ern voller Erkenntnislust und Wissen sind.

Der 85jährige „Rockstar der Neurowissenschaften“, der Nobelpreisträger Eric Kandel sprüht nur so vor Lebendigkeit, Humor und wachem Geist. „I really love teaching!“, verkündet er mit einem mitreißenden Lächeln, und dann erklärt er, wie das menschliche Gedächtnis funktioniert oder was im Gehirn passiert, wenn der Mensch ein Kunstwerk betrachtet.

Ein anderes Beispiel für gelungenes Altern ist für mich die 82jährige Psychologin Naomi Feil, die Begründerin der Validation in der Pflege. Validation ist eine Methode, um Alzheimerpatienten und alten desorientierten Personen zu helfen, ihr Selbstwertgefühl wieder herzustellen, ihre Würde wieder zu erlangen und ihren Stress zu reduzieren und so ihren Lebensabend glücklich zu verbringen.

Mit 38, frisch verliebt, fühlte ich mich noch sehr jung. Meine jüngste Tochter war 5 Jahre alt, also gerade aus dem Gröbsten draußen, wie man so sagt. Und nun verkündete mir meine Älteste, dass es zu Weihnachten ein Baby geben würde. Gelinde gesagt: Ich war not amused. Ich sollte Großmutter werden und in die zweite Lebenshälfte eintreten? Und das schon vor meinem 40er? Großmutter, das war doch nicht ich, sondern meine eigene Großmutter, damals gerade rüstige 97. Ich selbst hatte noch keine Vision, noch keinen Plan, wer ich als ältere Frau sein wollte, denn: alt sind ja immer nur die anderen.

Ich war einfach nur im Schock, „Midlife Crisis halt“, sagte meine schwangere Tochter grinsend. Was konnte denn nach 40 noch Spannendes kommen außer noch mehr Enkelkindern? Ich hatte eigentlich kaum noch Wünsche ans Universum. Ich hatte ja schon alles erreicht, was wollte ich noch mehr? Nicht vorstellen konnte ich mir damals, dass sich mein berufliches Leben ab 44 endlich nur noch ums Schreiben drehen würde. Ich konnte mir schon gar nicht vorstellen, dass ich mich mit 46 noch einmal Hals über Kopf glücklich verlieben würde.

Vielleicht ist Älterwerden ja ein Abenteuer? Die Autorin von „Die Radikalität des Alters“, die deutsche Psychoanalytikerin Margarete Mitscherlich, sagte mit 92: „Im Denken und Fühlen bin ich heute wie damals, mit 30. Also dieses Mehrwissenwollen und das Erkennenwollen von Wahrheit.“

Heute, mit 47, habe ich dieselbe Erkenntnislust wie als junge Frau. Wenn ich dann in den Spiegel schaue, wundere ich mich manchmal… Ich habe mittlerweile vier Enkelinnen und sehe auch den Urenkeln gelassen entgegen. Ich habe neue Träume, wenn auch nicht mehr eine so lange Wunschliste wie mit 30. Ich möchte nur noch ganz viel reisen, noch viele interessante Menschen treffen, noch ganz viele Bücher schreiben und die Möglichkeiten meines Geistes erforschen…

Ich glaube, dass die zweite Lebenshälfte ein unglaublich spannender Lebensabschnitt ist, ein Abenteuer, dessen Dimensionen ich noch gar nicht ermessen kann. Ich freue mich schon drauf, wie`s weiter geht!

Johanna Vedral

125.000 (!) Personal Essays, in denen Menschen über ihre Werte und Glaubenssätze schreiben, u.a. Helen Keller, Thomas Mann, Albert Einstein, gibt es auf http://thisibelieve.org/ zu lesen und/oder als Podcasts zu hören.
Gemeinsam mit anderen Schreibenden kannst du das Handwerk des kreativen Schreibens anhand eines Personal Essays z.B. hier lernen: Im Seminar Writers` Tricks im writers`studio, Wien. Nächster Termin: 30. April & 1. – 3. Mai 2015, Do 16-19.30 Uhr, Fr – So 9-12.30 Uhr

Weitere Artikel zum Thema Altern veröffentliche ich laufend auf der Plattform fisch+fleisch, z.B. Schreckgespenst Alter: Wie verändert sich die Leistungsfähigkeit wirklich?

Menschen mit Visionen & Zielen leben länger

Collage Writing Johanna Vedral

Birgit Schreiber verrät: Menschen mit Visionen und Zielen leben nicht nur gesünder, sondern auch länger. Damit dieses lange Leben sich auch lohnt, empfiehlt die Bremer Schreibtrainerin & Autorin allen, die mögen, ihre Wünsche in Worte zu fassen:

„Versetzt Euch ans Ende des Jahres 2015. Ihr habt jetzt alle Eure Wünsche erfüllt. Spürt, wie sich das anfühlt, malt Euch aus, was ihr dann tut, wer dabei ist und wo ihr dann seid. Genießt eine Weile die guten Gefühle, die Kraft, die von der erfüllten Vision ausgeht.

Dann schreibt einen Brief aus der Zukunft und beschreibt, was ihr erlebt, während Eure Wünsche in Erfüllung gegangen sind. Schreibt auch, wie ihr Widrigkeiten getrotzt habt, wie toll es ist, angekommen zu sein.

So ein Brief bringt Klarheit über unsere  Ziele (warum sie sich lohnen) und gibt die Richtung vor, wenn wir auf dem Weg dorthin einmal abdriften.“ Lies den ganzen Neujahrsartikel von Birgit hier

Johanna Vedral
Bildquelle: Collage von Johanna Vedral