Negative Emotionen wandeln und loslassen… eine Schreibübung

Schreiben Gefühle

Für die besinnliche Zeit zwischen den Jahren… eine Schreibübung zum Wandeln und Loslassen von negativen Emotionen von Susanne Diehm. Danke für diesen inspirierenden Gastbeitrag!

Mit unangenehmen Gefühlen umgehen

Es gibt ein Bild von EDWARD HOPPER, das heißt ‚EXKURSION IN DIE PHILOSOPHIE‘ Darauf zu sehen ein grübelnder Mann, auf einer Liege sitzend, mit dem Rücken zu einer halb entblößten Frau. Hoppers Es Werke sind häufig interpretiert worden als Ausdruck der Isolation des Einzelnen. Der Mann scheint in Melancholie versunken, die Blicke der beiden Personen gehen aneinander vorbei. Ein trauriges Bild?

Fensterblick: Schau als Beobachterin von außen in die Welt des Bildes und spekuliere, was geschehen sein mag oder gerade passiert. Finde einen positiven Aspekt

Filmblick: Bring die stillstehende Bilderwelt zum Laufen! Bring die Story zu einem Happy End.

Spiegelblick: Entdecke Dich selbst in einer der Personen – was ist gut daran?)

Negative Emotionen wandeln und loslassen

Das Training, aus negativen Emotionen perspektivisch eine Wandlung herzustellen, funktioniert auch im eigenen Alltag. Eine Aufgabe im Einzel- oder Selbstcoaching kann sein, ein Gefühl, das bei einem Bildimpuls aufsteigt, zu identifizieren, anzunehmen und wieder weg zu schicken. Ist es Einsamkeit beim Anblick des Hopperschen Bildes?

1. Das Gefühl zu benennen ist der erste Schritt. Warum macht mich das Gefühl so betroffen? Was hat die Aussage des Bildes mit mir zu tun? Hatte oder habe ich manchmal Gefühle von Einsamkeit? Was geschieht mit mir, wenn ich das Bild betrachte? Erinnere ich eine bestimmte Situation, in der ich einsam war? Dann fasse das Gefühl in Worte. Schreib auf, was während dieser Erfahrung passierte. Was taten die beteiligten Menschen und wie hast Du reagiert?

2. Der zweite Schritt erfordert Distanz: Wähle die Perspektive der Gegenseite und erzähle die Story aus ihrer Sicht. Versetz dich richtig hinein in sie und schlüpfe in ihre Schuhe. Wie hat sie sich gefühlt? Warum hat sie so gehandelt?

3. Im dritten Schritt lösen wir uns noch weiter von dem komischen Gefühl. Jetzt ist unser Intellekt gefordert, mitzuarbeiten. Welcher kleine Bericht könnte ganz trocken von einem Journalisten geschrieben darüber in der Zeitung stehen? Schildere in der dritten Person die Geschichte. Schau mit einem fremden Augenpaar auf die Geschehnisse. Du wirst merken, das befreit!

4. Das Vorlesen vor einem Gegenüber tut gut. Sei es in der Schreibgruppe, vor dem Schreibtherapeuten oder einem Freund. Es hilft, das ungute Gefühl loszuwerden. Noch besser ist es, zusätzlich in einem Ritual das alte Gefühl -die Asche des verbrannten Papiers?- in den Wind zu streuen.

5. Gut auch, nach der Übung positiv besetzte Gefühle aus Buchstaben zu basteln und irgendwo aufzuhängen. Was ist das Gegenteil von Einsamkeit? Zugehörigkeit? Schneid es aus einer Zeitung aus und hänge es irgendwo sichtbar hin. Es wird Dir helfen, unbewusst einen Weg zu finden, wie Du das gewünschte Gefühl Dir erzeugen kannst.

6. Entweder gleich oder ein paar Tage später: Schreib mit allen Sinnen einen Text von einer oder zwei Seiten zum Gegenteil des Dich belastenden Gefühls, Zugehörigkeit in unserem Beispiel. Wie sieht sie aus, die Zugehörigkeit, wie schmeckt sie, was fühlst Du, wenn Du Dich zugehörig fühlst, was berührst Du, was hörst Du? Erfinde eine Situation, in der Du Dich glücklich und dazu gehörend fühlst. Schreibe…

Susanne Diehm lebt mit ihren Kindern in Berlin, leitet Workshops zum Gesundheitsfördernden Kreativen Schreiben (GKS) national und international, trainiert Lerntherapeuten bundesweit und begleitet Autoren bei ihrem ersten Buch. http://www.susanne-diehm.de. Gemeinsam mit Jutta Michaud: http://www.sudijumi.wordpress.com

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