„Ich will schreiben – aber: was?“

SchreibimpulseMeine bloggende Kollegin aus Berlin, die Schreib-, Kunst- und Kreativitätstherapeutin Susanne Diehm, hat für den schreibstudioblog einen Gastbeitrag mit einem kreativen Schreib-Impuls geschrieben. Danke, liebe Susanne! Ich freue mich sehr über diese neue Wien-Berlin-Connection!

„Die meisten meiner Schreibklienten wissen genau, was sie wollen. Immer öfter kommen aber auch Klienten mit dem Drang zum Schreiben zu mir, die nicht wissen, mit welchem Genre sie beginnen wollen. Soll es die Lebensgeschichte sein, Stories für die Enkelin? Müssten die beruflichen Erfahrungen nicht aufgeschrieben werden mit Methoden für die Nachwelt? Oder will die Schreiberin jetzt einen Roman auflegen? Die Möglichkeiten sind vielfältig und die Unsicherheit groß.

Wie kommt die Schreiberin ihren vorrangigen Wünschen auf die Spur?
Ich überrasche dann manchmal damit, dass ich jenseits aller Diskussionen zu einer kleinen Schreibübung auffordere. Zusätzlich lege ich eine Kastanie mit Stacheln hin. Auch eine Sanduhr, die 8 Minuten läuft.

1. Setz Dich bequem hin, atme 3x tief in Deinen Bauch hinein.
2. Mal die Kastanie auf Dein Blatt. Spieße auf ihre Stacheln, was dir assoziativ zum Schreiben einfällt. Lass Dir ruhig Zeit dafür.
3. Dreh die Sanduhr um. Beginne mit den Worten: „Wenn ich schreibe, …

Schreibe, so lange die Sanduhr läuft, einen Text, der nur für Dich bestimmt ist.

Wenn die Schreiberin fertig ist, dann bitte ich sie, die wichtigsten Passagen in ihrem Text zu unterstreichen und mir ihre Erkenntnisse zu nennen. Oft kann sie danach selbst ableiten, was jetzt ansteht. „Schreiben heißt: sich selber lesen“, so sagt Max Frisch. Die Öffnung zum Selbst erlaubt eine neue Sicht auf unsere Lebenszusammenhänge und tiefer gelagerten Wünsche. Wenn ich direkt nach der Motivation zum Schreiben gefragt hätte, käme nur eine ‚vernünftige‘ Antwort. Beim Text zu „Wenn ich schreibe…“ erhalte ich das ganze Spektrum auch bislang unbewusster Sehnsüchte. Dann kann ich die Klientin besser entscheiden, welche Art Schreiben jetzt ansteht. Diese Übung kann sie auch zu Hause alleine machen und sich damit selbst auf die Spur kommen. Ob man sich dann alleine dran setzt, Ratgeberliteratur kauft, in einen Schreibkurs geht oder einen Schreibcoach bucht, der individuell auf Fragen eingeht – das ist dann die nächste Frage, die es zu klären gilt.“

Susanne Diehm lebt mit ihren Kindern in Berlin, leitet Workshops zum Gesundheitsfördernden Kreativen Schreiben (GKS) national und international, trainiert Lerntherapeuten bundesweit und begleitet Autoren bei ihrem ersten Buch. http://www.susanne-diehm.de. Gemeinsam mit Jutta Michaud: http://www.sudijumi.wordpress.com

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