Archiv für den Monat Dezember 2013

Weihnachtspause

Ja, es gibt diesen Blog noch! Allerdings stehen Umzug und Weihnachtsfeiertage bevor, daher melde ich mich ab bis Jänner und wünsche allen Schreibenden nur das Beste 🙂

Im neuen Jahr geht es wieder los mit frischem Wind und Tipps & Tricks zum Schreiben!

Willst du schreibend das neue Jahr begrüßen? Dann komm in Judith Wolfsbergers geniales Seminar „Mindwriting zum Jahreswechsel„, 3. – 5. Jänner 2014 im writersstudio in Wien.

Das Gratis-E-Book „Schreibblockade“ ist da!

Kerstin Hoffmann hat bei der Blogparade gegen Schreibblockaden 85 Beiträge gesammelt und als E-Book herausgegeben. Gratis zum Download unter http://www.kerstin-hoffmann.de/pr-doktor/2013/12/10/e-book-schreibblockade/

Du findest 245 Seiten gefüllt mit Erfahrungsberichten, sehr persönlichen Einblicken, witzigen Erlebnissen, wertvollen Checklisten und Profi-Tipps, darunter zwei meiner Artikel „Schreibblockaden bei der wissenschaftlichen Abschlussarbeit – was hilft?“ und „Mit der Schreibblockade im Paradies bleiben?“

Viel Spaß beim Lesen!

Johanna Vedral

Schreiben um des Schreibens willen?

Petra Cronenburg schreibt in Das Träumen von Büchern ein wunderschönes Plädoyer fürs Schreiben ohne Interesse an Bestsellerlisten, Genres, massenverkäuflichen Stoffen, Profit, Marketing, Bestsellerlisten, Ranking…

Sie beschreibt den Luxus, „sehenden Auges eine Geschichte zu schreiben, von der man keine Ahnung hat, ob sie sich je verkaufen wird. Noch schlimmer: Mit der man gar nicht erst darüber nachdenken möchte, was sie auf einem wie auch immer gearteten „Markt“ erreichen wird.“

Erfrischend auch ihr Bekenntnis, dass ihr „all dieses Marktgedöns und Geschwätz, was man muss und was man nicht darf“ herzlich egal ist. Danke, Petra Cronenberg,  für diese immer wieder notwendige Stimme für das Schreiben um des Schreibens willen, l`art pour l`art:

„Ich… lasse mich von meinen Figuren an der Hand führen, wie in einem Traum. Ich bin jeden Morgen beim Aufwachen aufs Neue überrascht, wohin sie mich bringen, und am Abend nach dem Schreiben auch.“

Schreiben als Methode der Innenschau

Beim Umzugskistenpacken fällt mir eines der Bücher in die Hand, die ich für meine Diplomprüfung lernen musste: „Problemgeschichte der Psychologie“. Besonders interessant, dass in diesem Werk ein deutlicher Bruch in der Geschichte der Psychologie zu sehen ist:

Introspektion (Innenschau) war Ende des 19. Jahrhunderts die Hauptmethode der vorwiegend im deutschen Sprachraum angesiedelten Denkpsychologie. Individuelle Introspektion und Reflektion verloren aber zur Zeit des NS-Regimes in der Psychologie an Bedeutung, die wissenschaftliche Entwicklung wurde durch die Vertreibung und Ermordung von PsychologInnen unterbrochen. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die introspektive Psychologie durch die amerikanische behavioristische Mainstream-Forschung mit einer deduktiven hypothesenbildenden Methodologie abgelöst. Heute ist die Introspektion fast ganz aus der Psychologie verschwunden.

Schade, denn Schreiben als Methode der Innenschau ist eine für jeden zugängliche Methode.

Offensichtlich zieht es introspektive Menschen besonders stark zum Schreiben hin“, stellt Lars Lorber in seinem Typentest-Blog fest: „Die meisten Schriftsteller sind (…) introspektiv – sonst könnten sie ihren Job gar nicht machen, da ein Blick nach innen notwendig ist, um sich in andere hinein zu versetzen.“

Das Konzept des Schreibdenkens von Ulrike Scheuermann oder das Mindwriting knüpfen wieder an die introspektive Tradition an 🙂

Du möchtest schreibend das neue Jahr willkommen heißen, eintauchen in den Ideenfluss und Wünsche zu Wort  kommen lassen?  Mindwriting zum Jahreswechsel mit Judith Wolfsberger: 3. bis 5. Jänner 2014 im writersstudio, Wien

Autorin: Johanna Vedral

Musst du so viele Bücher haben?

Wie bei jedem Umzug ist das Bücherumsiedeln eine größere Herausforderung. Irgendwie werden diese Bücher unauffällig immer mehr 🙂 Damit meine UmzugshelferInnen diesmal nicht über die Bücherkisten stöhnen, packe ich jetzt höchstens 20-30 Bücher in eine Kiste und was Leichteres drüber. Z.B. kommt das „Diagnostische und Statistische Manual Psychischer Störungen“, das sicher 5 Kilogramm wiegt, ganz unten in die Kiste, dazu noch „Das Trauma der Geburt“, „Die Psychose als Erzählgeschehen, dann „Die irreale Welt in unserem Kopf“, eine Schicht dtv-Taschenbücher von Foucault bis Kristeva dazu, ein paar Jacken und Kleiderbügel drüber, und fertig ist eine Umzugskiste 🙂

Ob sich im Umzugstrubel tägliches Bloggen ausgeht, muss ich mir noch anschauen. Der Laptop wird ja erst ganz zum Schluss eingepackt.

P.S.: Gut, dass ich einen e-reader habe, so sind in den letzten drei Jahren höchstens zwei Meter Bücher dazugekommen…

Richtungsweisende Bücher

Welche Bücher, die du als Jugendliche/r gelesen hast, haben deinen Werdegang entscheidend geprägt?

Bei mir waren es Sigmund Freuds „Traumdeutung“ (1900), „Vom Bilderreich der Seele“ (1969) von der Jung-Schülerin Jolande Jacobi und Karen Horneys „Selbstanalyse“ (1942).

„Selbstanalyse“ ist ein Klassiker der Selbsthilfeliteratur, in dem die Neopsychoanalytikerin Karen Horney statt eines Analytikers das Schreiben als eine für jeden zugängliche Methode der Analyse propagiert: zur Erforschung des eigenen Unbewussten, zur Selbstheilung bei psychischen Störungen, zur freieren Entfaltung der Persönlichkeit und damit zur Selbstverwirklichung. Karen Horneys Buch prägte nachhaltig mein Tagebuchschreiben, meine Selbstanalyse und letztendlich meinen beruflichen Weg zur Tätigkeit als Schreibpsychologin.

Wie ist das bei dir? Welche Bücher haben dich auf deinen Weg gebracht?

Autorin: Johanna Vedral